Sonsbeck: Eltern landen Etappensieg

Sonsbeck: Eltern landen Etappensieg

Johann-Hinrich-Wichern-Schule Sonsbeck: Aushilfslehrer Heiner Gesthuysen wird wieder eingestellt. Die ARGE übernimmt die Kosten. Eltern kämpfen weiter um eine dauerhafte Verbesserung der Lehrersituation.

Die Grundschule Sonsbeck wird wieder einen Aushilfslehrer bekommen. Nicht nur das wird viele Schüler und Eltern freuen, sondern auch, dass es sich um Heiner Gesthuysen handelt. Der Diplom-Sportwissenschaftler hat bereits im vergangenen Halbjahr als Aushilfe das Kollegium entlastet, musste dann aber entlassen werden, weil kein Geld mehr zur Verfügung stand. Dies war der Auslöser für heftige Proteste der Elternschaft, die — wie berichtet — eine allgemein zu schwache Lehrerbesetzung an der Schule bemängeln.

Die Resolution an die Landesregierung, die der Rat zu diesem Thema beschlossen hat, wurde von der Gemeindeverwaltung inzwischen nach Düsseldorf geschickt. Gleichzeitig bemühte sich die Verwaltung um eine Wiederbeschäftigung Gesthuysens — letztlich mit Erfolg. War Gesthuysen früher über die Schulaufsicht Wesel beschäftigt, sieht das Modell jetzt eine Anstellung bei der Gemeinde vor. Die Kosten für die Vollzeitbeschäftigung wird jedoch die ARGE übernehmen. "Der Bewilligungsbescheid liegt vor", freute sich gestern Manfred van Rennings von der Gemeindeverwaltung. Einzelheiten will er heute in einem Gespräch mit Gesthuysen klären. Die Anstellung wird voraussichtlich am 12. April beginnen und kann bis Jahresende dauern.

Große Hilfe

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Schulleiterin Sabine Ulpke zeigte sich gestern erfreut: "Herr Gesthuysen wird uns sicher eine große Hilfe und Unterstützung sein." Er werde "im Team hospitieren und sicherlich auch pädagogische Aufgaben übernehmen". Ulpke geht davon aus, dass Gesthuysen auch an der Hauptschule helfen kann. In erster Linie wird er natürlich im Bereich des Sportunterrichts eingesetzt. Darauf freut sich auch der 32-Jährige, der beim SV Sonsbeck Fußball spielt und dort in der Jugendarbeit tätig ist. Gesthuysen hofft, auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein verbessern und den einen oder anderen Schüler für den Vereinssport begeistern zu können. In dieser Woche schließt er eine Zusatzausbildung zum Kinderfitnesstrainer ab — in diese Richtung möchte er sich beruflich entwickeln. Doch auch wenn er sich nach unbefristeten Arbeitsstellen umsehe, verspricht Gesthuysen, auf jeden Fall bis zum Sommer an der Schule zu bleiben.

Mehr Kindergeld für Nachhilfe?

Zufrieden ist auch Christiane Köhlitz, Vorsitzende der Schulpflegschaft. Dort wurde bereits darüber nachgedacht, über Spenden die Anstellung eines Aushilfslehrers zu finanzieren. Die Weiterbeschäftigung Gesthuysens ist aber nur ein Etappensieg für Köhlitz und viele andere Eltern. Sie haben ein Schreiben an das NRW-Schulministerium aufgesetzt, in dem die Forderungen der Ratsresolution nochmal unterstrichen werden. "Wir gehen nicht davon aus, dass das erhöhte Kindergeld dazu ausgelegt ist, Nachhilfeunterricht für unsere Kinder zu finanzieren", heißt es in dem Schreiben.

(RP)