Xanten: Elegante Klänge im Xantener Dom

Xanten : Elegante Klänge im Xantener Dom

Zum 33. Mal fand in St. Viktor die "Nachweihnachtliche Musik der Posaunenchöre vom Niederrhein" statt. Eine kraftvolle Klangfülle berührte die zahlreichen Zuhörer, die im Vorprogramm selbst mitsingen durften.

Einen festlichen Start in das neue Jahr erlebten Zuhörer und Mitsänger am Sonntag im Xantener Dom. Anlass zur Freude war die 33. "Nachweihnachtliche Musik der Posaunenchöre vom Niederrhein".

Schon lange vor Beginn des Konzerts war der Dom bis zum letzten Platz gefüllt. Grund dafür war das Vorprogramm in Form eines offenen Singens weihnachtlicher Lieder. Herbert Hatzky leitete das sangesfreudige Publikum an, einige Mitglieder des Landesjugendposaunenchores Rheinland begleiteten den Chor. Eine wunderbare Atmosphäre entstand durch das gemeinsame Singen, während das Sonnenlicht, das durch die Kirchenfenster schien, ein zauberhaftes Farbenspiel im Dom erzeugte.

Zu Konzertbeginn versammelten sich die zahlreichen Musiker des jugendlichen Posaunenchores und das Ensemble im Posaunenwerk der Evangelischen Kirche im Rheinland zu einem großen Klangkörper, um unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler zu musizieren. Posaunenchöre haben in der Evangelischen Kirche eine lange Tradition. "Lobet ihn mit Posaunen" heißt es in Psalm 150,3a (Lut). Als Posaunenchor bezeichnet man ein gemischtes Blechbläserensemble aus Trompeten, Hörnen, Posaunen und Tuben, das vor allem in kirchlichem Kontext auftritt.

Das große Ensemble beeindruckte schon rein optisch. Ein Eröffnungsstück von Steffen Schiel, "Intrada Di Natale" machte den Anfang. Der edle Posaunenklang, der weiche Ton der Hörner, die strahlenden Trompeten und der tiefe Klang der Tuben - all das fügte sich zu einem wunderbaren Gesamtklang zusammen.

Geschickt wurden im Programm altbekannte Melodien wie "Es ist ein Ros' entsprungen" mit passenden Vor- und Zwischenspielen moderner Komponisten kombiniert. Aber nicht nur Weihnachtslieder standen auf dem Programm. Die Bläser musizierten auch Werke wie "Cantique de Jean Racine" des französischen Romantikers Gabriel Fauré ausgesprochen feinfühlig. Man hätte annehmen können, dass eine solche Menge an Blechbläsern in der halligen Akustik des Domes geradezu zerstörerische Klanglawinen auslösen könnte, doch dies war nicht der Fall. Immer blieb der Klang elegant und schön, niemals erdrückend. Ein Zeichen für die hohe Qualität der Musiker und die gute Arbeit des Leiters Jörg Häusler. Mit klarem Dirigat und mitreißender Gestik führte der Landesposaunenwart das Ensemble durch das Konzert.

Bei dem "Chanson de Matin" von Edward Elgar musizierte der Posaunist Andreas Tetkov als Solist und brachte mit ruhigem eleganten Ton das schöne Timbre seines Instruments voll zur Geltung. Die Ausschnitte aus Georg Friedrich Händels "Messias" verleiteten das Publikum zu spontanem Beifall, und als die Musiker sich zum Schlussapplaus erhoben, hielt auch das Publikum nichts mehr auf den Kirchenbänken.

Als Zugabe spielten die Posaunenchöre mit der Orgel zusammen die Melodie "Highland Cathedral". Eine herrlich kraftvolle Klangfülle bildete einen tollen Abschluss.

(RP)
Mehr von RP ONLINE