Einen Drachen in den Pfingstferien 2018 in NRW erschaffen

Xanten: Gemeinsam ein Ungeheuer erschaffen

Die Künstlerin Nicole Peters sucht noch Freiwillige jeden Alters, die sich an der Modellierung des Drachens für den Kurpark am Nordwall beteiligen möchten. In den Pfingstferien soll hinter der Kriemhildmühle die erste Phase beginnen.

Wenn Jung-Siegfried am nächsten langen Christi Himmelfahrt-Wochenende wieder durch den Nordwall galoppiert, kann er noch beruhigt das grob modellierte Betongestell links liegen lassen. Erst nach der viertägigen Veranstaltung im Park darf der Drache nach und nach und unter Mithilfe der Bevölkerung Gestalt annehmen. Für die Pfingstferien vom 22. bis 26. Mai sucht Nicole Peters noch große und kleine Künstler, die Lust haben, Beton in die Hand zu nehmen und das Untier zu gestalten. Einsteigen in diese Werkstatt kann man jeweils um 9 und 11 Uhr sowie um 13.30 Uhr. Weitere Infos gibt es unter 02823 9760306. Erste Mitstreiter hat die Künstlerin schon gewonnen; die Viktor- und die Hagelkreuzschule haben sich gemeldet, aber auch eine ganze Reihe von Einzelpersonen.

In diesen Tagen hat die Gocherin gemeinsam mit der Stadt den endgültigen Standort im Nordpark gegenüber der Kriemhildmühle festgelegt. Ein Fachunternehmen wird zuerst das Fundament und die Stützsäule gießen, ehe dann die eigentliche künstlerische Feinarbeit beginnt. Mitmachen kann jeder ab etwa sieben Jahren: Kinder, Jugendliche und Erwachsene. "Nach oben sind keine Grenzen gesetzt."

Es ist ein ehrgeiziges Projekt. Zwar hat Nicole Peters schon eine ganze Reihe solcher sozialen Plastiken erstellt, aber nicht in dieser Größe. "Das ist schon einmalig", ist sie gespannt. Denn der Drache wird am Ende beeindruckende zwölf Meter lang und 2,14 Meter hoch sein. Das erfordert erhebliche Vorarbeit auch seitens der Stadt. Der TÜV hat die Planungen vorab geprüft und grundsätzlich für gut befunden, für die Baustatik musste aber extra ein Fachbüro hinzugezogen werden. Die Bodenplatte ist kein normales Rechteck, denn ihre Konturen folgen dem Umriss des Drachen. So würden später unvorsichtige Kinder, die auf ihm herumtollen, nicht auf harten Beton fallen, sondern auf eine dicke Unterlage aus Holzhackschnitzeln. "Keine Standardaufgabe für uns", urteilt der Technische Dezernent Niklas Franke.

Foto: Kummer

Fünf Ferientage sind erst einmal für die Modellage vorab angesetzt. Aber Nicole Peters rechnet nicht damit, dass diese erste Phase am Ende der Woche auch abgeschlossen sein wird. "Es kann bis nach den Pfingstferien werden", meint sie. Auch dann hofft sie auf weitere Unterstützung entweder von ganzen Schulklassen, von einzelnen Kindern am Nachmittag oder von Erwachsenen, die keine anderen Verpflichtungen haben.

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Die nächste Phase wird vermutlich die gesamten Sommerferien beanspruchen. Der Drache wird mit vielen, vielen Fliesenmosaiksteinen verziert. Danach muss alles aushärten, so dass voraussichtlich erst im zweiten Teil des Sommers der Drache als Spielfigur freigegeben werden kann.

Dann können sich erstmals Kinder in das weit aufgesperrte Maul der begehbaren Plastik wagen und in einer Röhre das gesamte Ungetüm durchkriechen. Die Vorlage ist eine Collage von unterschiedlichen Modellen aus 13 je dreistündigen Workshops.

Daran beteiligt hatten sich im vergangenen Jahr Kinder der Hagelkreuz-, Viktor- und Marienschule sowie des Stiftsgymnasiums, zwei Gruppen Erwachsener, zwei Gruppen aus dem EVAN, Pfadfinder, Messdiener, Peters Freunde der "Miteinander Sitzskulpturen" und eine Gruppe aus dem Atelier Maria Cavalcanti-Heinich.

Die 180 Teilnehmer modellierten damals mit Nicole Peters aus Ton 22 kleine Drachen. Aus verschiedenen Entwürfen entstand nun die Vorlage für den Kurpark, die dort bald entstehen soll.

(pek)