Sonsbeck: Eine Wiese für den Märtyrer

Sonsbeck: Eine Wiese für den Märtyrer

Die S'Grooten-Hauptschüler in Sonsbeck proben für eine Theateraufführung, bei der der Märtyrer Gerebernus im Mittelpunkt steht. Das Engagement der Schüler begeistert.

Eifrig tauchen Schüler der S'Grooten-Hauptschule Sonsbeck ihre Pinsel in die Farbtöpfe. Nach und nach verwandeln sich die großen weißen Flächen der Leinwände in bunte, blühende Landschaften. Die 44 Schüler der Jahrgangsstufe sieben bereiten die Aufführung des Stücks "Die Legende von Dymphna und Gerebernus" vor. Und längst wissen die jungen Leute, dass dies Namen sind, die die Geschichte Sonsbecks prägten. In vier Akten erzählt das Theaterstück, wie nach dem mittelalterlichen "Krimi" der heilige Gerebernus in Irland die Menschen christianisierten, wie er sich in die einem Stammeshäuptling versprochene Dymphna verliebte und beide deshalb nach Geel in Belgien flüchteten. Dort wurden sie gefasst und enthauptet. Xantener stahlen den Leichnam und brachten ihn an den Niederrhein. In Sonsbeck ließen sich Gerebernus Gebeine aber nicht mehr bewegen. Also wurde ihm dort eine Kapelle erbaut, wie die Leiter der Theater-AG, Rosi Flinterhoff, Monika Labmeier und Stefan Langhancke erläuterten.

Mittelalterliche Klänge

Im Musikraum studieren die 22 anderen Kinder der Schauspiel-AG "Die Ballade von Dymphna und Gerebernus" ein. Aus dem Raum tönen mittelalterliche Klänge. Am Klavier sitzt Irmgard Höpfner. 22 Mädchen und Jungen halten den Musik-Text in der Hand. Erst singen nur einige mit, doch nach und nach trauen sich immer mehr ihre Stimme durch den Raum hallen zu lassen.

Kurz vor dem Pausengong packen die Gruppe seinen Mut zusammen, alle singen mit – und sind begeistert wie schön sich die Truppe im Chor anhört. In der Gesangsgruppe sitzt auch der 14-jährige Georgius, der den Gerebernus spielt. "Ich bin etwas nervös", gesteht er. Allerdings stehe nicht das erste Mal auf der Bühne. Und: "Ich kann sogar schon mehr als den halben Text", erzählt er gut 14 Tage vor der Aufführung begeistert. "Ab Montag, da gebe es aber eine Projektwoche. "Und da konzentrieren wir uns voll auf die Aufführung.

Das macht richtig Spaß

Über so viel Begeisterung ist Schulleiterin Angelika Platzen natürlich begeistert. Die Mädchen und Jungen sind voll bei der Sache. Auch eben die 22 Bühnenbildbauer. Alle vier Orte, an denen die Geschichte spielt, bringen die Schüler auf die Leinwand. In Teamarbeit! Konzentriert malen die Schüler eine grüne irische Wiese, derweil an anderer Stelle ein wolkenbehangener Himmel über einem belgisches Haus prangt. "Das macht richtig viel Spaß", urteilt die 14-jährige Christina begeistert.

(RP)