Unsere Woche: Eine gute Idee braucht einen guten Standort

Unsere Woche: Eine gute Idee braucht einen guten Standort

Das war ein herber Rückschlag für den Verein Waldkindergarten um den Vorsitzenden Carlo Ridder. Die Stadt Xanten hat mit der nicht erteilten Baugenehmigung für den Standort in Birten (wir berichteten) das ehrgeizige Ziel, im neuen Kindergartenjahr an den Start zu gehen, erst einmal ins Stocken gebracht.

Das ist schade, weil die Idee eines Waldkindergartens eine gute ist. Ein Kindergarten ohne Dach und Wände mit einem natur- und waldpädagogischen Konzept würde das bestehende Angebot ergänzen. Mehr noch: Es würde es sogar bereichern. Xanten hätte mit dem ersten Waldkindergarten im gesamten Kreis Wesel für sich werben können. Dass der Bedarf für solch ein alternatives Betreuungsangebot da ist, beweisen die Anmeldezahlen. Auch ohne Gewissheit, ob der Kindergarten überhaupt an den Start geht, haben sich bereits 13 Eltern aus Alpen, Sonsbeck, Xanten und Rheinberg dafür entschieden.

Die Entscheidung, die Baugenehmigung für diesen Standort nicht zu erteilen, mag sich vielleicht falsch anfühlen, ist aber richtig. Die Stadt Xanten befürchtet Kampfmittel im Wald. Und auch wenn dort in den vergangenen Jahren noch nie etwas passiert ist - was wäre, wenn etwas passierte? Kleve hat diesen Fall in den 80er Jahren, als drei Kinder Munition aus dem Rosendaler Wald mit nach Hause nahmen, erlebt. Bei der Detonation des Sprengkörpers kamen damals alle drei ums Leben.

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Heißt also: Eine gute Idee braucht einen guten Standort. Birten wird keiner mehr werden, aber vielleicht finden sich geeignete Stellen in Alpen oder Sonsbeck. Wünschenswert wäre es. Die Initiatoren sind also gut beraten, weiter und so beherzt für ihre Sache zu kämpfen. Dass sie mit schlechten Nachrichten nicht hinter dem Berg halten, spricht schon einmal für sie.

Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns: julia.loercks@rheinische-post.de

(RP)