Xanten: Eine Chance für Sonsbeck

Xanten : Eine Chance für Sonsbeck

Nach dem Schul-Kompromiss auf Landes-Ebene: Sonsbecks Bürgermeister Giesbers hofft auf den Erhalt einer weiterführenden Schule im Ort. Xantens Bürgermeister Strunk freut sich über die gewonnene Planungssicherheit.

sonsbeck/Xanten Zufrieden über den "NRW-Schulfrieden" zeigte sich am Mittwoch Bürgermeister Leo Giesbers. Die Einigung von SPD, Grünen und CDU im Land auf eine neue Schulform, die Sekundarschule, biete die Chance, in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen eine weiterführende Schule in Sonsbeck zu behalten. Zunächst müssten aber die Details des neuen Schulgesetzes abgewartet werden.

Giesbers geht davon aus, dass das neue Schulgesetz — wie schon der nun hinfällige erste Entwurf der Landesregierung — keine "Regionalschule" mit drei Standorten in Sonsbeck, Alpen und Xanten erlauben wird. Er hofft aber, dass man gemeinsam dahin kommt, in allen drei Kommunen eine gleiche Schulform anzubieten, "um keine unnötige Konkurrenz zu schaffen".

Es werde ohnehin schwierig genug, so viele Schüler für eine Sekundarschule zu gewinnen, dass die voraussichtlich nötige Dreizügigkeit (bei einer Regelgröße von 25 Schülern pro Klasse) erreicht wird. Nach wie vor stellt sich die Frage, ob eine gemeinsame Schule mit Alpen oder mit Xanten gebildet wird. Vieles spreche für Xanten, so Giesbers: die Nahverkehrsverbindungen, die "gewachsenen" historischen Gemeinsamkeiten (Zweckverband Realschule).

on einer Wahl Sonsbecks zwischen Xanten und Alpen mag Giesbers angesichts der schwindenden Schülerzahlen an der örtlichen Hauptschule aber nicht reden: "Wir sind das schwächste Glied in der Kette."

Kein Druck

Die Wahl hat wohl eher Xanten. Doch die Stadt kann sich Zeit lassen. "Wir stehen unter keinerlei Druck", meinte gestern Bürgermeister Christian Strunk. Den Schul-Kompromiss begrüßte aber auch er: "Wir haben nun Planungssicherheit."

Die Stadt Xanten stehe grundsätzlich bereit zu helfen, wenn Sonsbeck eine Zusammenarbeit wünsche. Die entsprechenden Gespräche würden fortgesetzt. Im nächsten oder sogar im übernächsten Jahr gebe es aus Sicht Xantens aber keine Notwendigkeit zur Bildung einer Sekundarschule (in der Haupt- und Realschule aufgehen würden).

Die Sekundarschule sieht gemeinsames Lernen in den Klassen 5 und 6 vor, in den Klassen sieben bis zehn ist eine Differenzierung (wenn vom Schulträger gewollt) möglich. Giesbers würde die Differenzierung in "Profilklassen" ab der Jahrgangsstufe sieben bevorzugen: Es sollte Angebote für Schüler geben, die eine Berufsausbildung anstreben und solche für Schüler, die das Abitur anvisieren.

Die Differenzierung wäre nach Ansicht Giesbers' ein Pluspunkt für eine Sekundarschule als "Ersatz" für die heutige S'Grooten-Hauptschule. "Der gute Ruf der Hauptschule soll nicht verlorengehen, sondern noch weiter verbessert werden."

Die Attraktivität steigern

Über einen Punkt muss nicht mehr nachgedacht werden: ob eine eigene Gymnasiale Oberstufe gebildet wird oder nicht. Die Sekundarschule sieht eine solche Stufe (im Gegensatz zur Gemeinschaftsschule, wo sie möglich war) grundsätzlich nicht vor, es soll vielmehr mit Gymnasien, Gesamtschulen oder Berufskollegs kooperiert werden.

Schön wäre es, so Giesbers, wenn sowohl mit einem Gymnasium als auch einem Berufskolleg zusammengearbeitet würde. Auf diese Weise könnte sich die Schule noch weiter profilieren und ihre Attraktivität steigern. Man müsse abwarten, ob das Schulgesetz diese Option zulässt.

(RP)
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