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Unsere Woche: Ein zu teures Vergnügen

Unsere Woche : Ein zu teures Vergnügen

Wer hat schon mal eben 30 000 Euro in der Schublade oder auf dem Sparbuch liegen, wenn die Stadt mitteilt, dass sie die Straße sanieren wird und dafür entsprechende Anliegerbeiträge fällig werden? Bei allem Verständnis dafür, dass bei nachvollziehbar erforderlichen Sanierungen der Kanäle natürlich auch gleich die Straße verbessert wird, ist das im Einzelfall schon ganz schön happig, was dem Familienvater, der vielleicht gerade mit Ach und Krach den Kauf des Hauses gestemmt hat oder der Rentnerin abverlangt wird. Zu Recht fragen die betroffenen Anlieger in Marienbaum nach der Zumutbarkeit. Ist sich wirklich jedes Ratsmitglied, das einem Vorhaben zustimmt, bewusst, was es seinen Bürgern ganz konkret abverlangt?

Eine Senkung der Höhe des Kostenanteils würde zwar immer noch zu recht hohen Summen führen, aber es wäre ein Zeichen, dass die Politiker verstanden haben, in welchem Maße sie die Xantener belasten. Politisch scheint das noch schwierig, da der Bürgermeister das Thema nicht anfassen will und auch aus Reihen der CDU kein Bedarf signalisiert wird. Fraglich ist jedoch, ob diese Ablehnung Bestand hätte, wenn sich eine breite Mehrheit der anderen Fraktionen für einen niedrigeren Satz stark macht. Die Anfänge sind gemacht, jetzt müssen Koalitionen geschmiedet werden. Der städtische Haushalt, für den es aus dem Rathaus zum Glück immer wieder positive Einschätzungen gibt, dürfte daran nicht zugrunde gehen.

Unbedingt umsetzen sollte man zudem den Vorschlag der Marienbaumer, Betroffene frühzeitig zu informieren. Also nicht, wenn konkret geplant wird, sondern schon, wenn man sieht, dass die Straße in vier oder fünf Jahren an der Reihe sein könnte. Dann wäre ein Hinweis mit individueller Einschätzung anhand der Grundstücksgröße über mögliche Kosten sehr hilfreich. Nicht nur in Xanten - in allen Gemeinden.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

dirk.moewius@rheinische-post.de

(RP)