Xanten: Ein Zebrastreifen rückt in Reichweite

Xanten: Ein Zebrastreifen rückt in Reichweite

Rund 30 Anwohner der Poststraße machten ihrem Ärger im Xantener Bezirksausschuss Luft. Die meiste Kritik erntete Bürgermeister Görtz. Nach der Einwohnerfragestunde beauftragte die Politik die Verwaltung, nach Lösungen zu suchen.

Bürgermeister Thomas Görtz hatte es im Bezirksausschuss in Xanten nicht leicht. In der Einwohnerfragestunde musste er sich fast anderthalb Stunden lang zum Thema "Schwerlastverkehr auf der Poststraße" rechtfertigen. Haupttenor der hitzigen Debatte: Die Stadt - in Person der Bürgermeister - tue zu wenig für die Anwohner. Ihrer Meinung nach fahren nicht nur zu viele Lastwagen über die Poststraße, sie sind dort auch viel zu schnell unterwegs. Das wiederum sei nicht nur eine Gefahr für Leib und Leben, sondern auch eine enorme Lärmbelästigung.

Foto: Lörcks (2)/Schild

Die Debatte, an der sich die Mitglieder des Bezirksausschusses nicht beteiligen durften, zeigte: Das Thema brennt den betroffenen Bürgern mehr denn je unter den Nägeln. Entsprechend hat am Dienstagabend auch die Politik reagiert. "Nach langer Beratung haben wir uns entschieden, dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zu folgen. Stattdessen schlagen wir dem Rat der Stadt Xanten vor, die von der Aktionsgemeinschaft beantragten Verkehrsmaßnahmen zeitnah zu überprüfen und die Ergebnisse dann in einer Bürgerversammlung vorzustellen", sagte Petra Strenk.

Die CDU-Ratsfrau überraschte damit nicht nur die Anlieger, sondern auch die Vertreter der anderen Parteien. Gleichwohl unterstützten sie einstimmig den Strenk-Vorschlag, der noch um die Frage nach den Kosten für eine neue Lärmschutzmessung im Bereich Poststraße ergänzt wurde.

Damit hat sich die Politik wieder mal gegen die Verwaltung gestellt. Die hatte vorgeschlagen, bauliche Maßnahmen erst nach dem neuen, noch aufzustellenden Verkehrsentwicklungsplan zu ergreifen. Im Gegenzug wollte Bürgermeister Görtz den Verkehr auf der Poststraße noch mal zählen lassen - und zwar von Menschenhand.

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Den Anwohnern - Everhard Mingels, Hans-Jürgen Wohlgemuth und Andreas Radovanovic zum Beispiel - dauert das alles viel zu lange. Für sie ist eine erneute Verkehrszählung überflüssig. Die letzte - vom 6. bis zum 14. November gegenüber dem Gymnasium - sei ausreichend. Danach fuhren in dem Zeitraum 3770 Zweiräder, 36.971 Autos, 5444 Transporter, 1489 Lastwagen und 688 Lastzüge über die Poststraße - 74 Prozent schneller als die zulässigen 30 Stundenkilometer. "Warum wird nicht einfach eine Testphase eingeführt? Auch ein Zebrastreifen würde helfen", so Mingels, der auch Sprecher der Aktionsgemeinschaft ist, die Görtz Ende Januar knapp 1000 Unterschriften überreicht hat.

Zumindest der Zebrastreifen, rückt nach Informationen unserer Redaktion näher. Er ist schnell gemacht, kostet nicht viel und ist auch nicht mit baulichen Maßnahmen verbunden. Er steht allerdings auch nicht zum ersten Mal auf der politischen Tagesordnung.

Im November 2015 hatte die Schulpflegschaft des Stiftsgymnasiums schon einmal einen Zebrastreifen in Höhe der Straßen Gereonsweg beziehungsweise Johannes-Janssen-Straße gefordert. Der Bürgerantrag wurde jedoch im März 2016 vom Rat abgelehnt - und zwar einstimmig.

(RP)