Xanten: Ein Wald für die Kinder

Xanten: Ein Wald für die Kinder

500 Buchensetzlinge wurden gestern im "Steinschens Busch" in Marienbaum gepflanzt. Jungen und Mädchen der örtlichen Kindergärten und der Grundschule gingen dabei Förster Wilhelm Matheis zur Hand.

Marienbaum Was ist klein, trägt Zipfelmützen und arbeitet im Wald? - Richtig: Die Waldzwerge. Genauer genommen, die Kinder des Kindergartens "Die Waldzwerge" aus Marienbaum. Gemeinsam mit ihren Freunden des St.-Mariä-Himmelfahrt-Kindergartens und der Katholischen Grundschule gestalten die Kinder ihren ganz persönlichen Wald. Mit 500 Buchen wird ein Stück des Waldes am "Steinschens Busch" neu bepflanzt. Der Sturm Kyrill hatte hier enorme Schäden verursacht. Nun sorgen die Kleinsten, dass dieses Fleckchen wieder attraktiver wird. Zur Belohnung können die Marienbaumer Kinder das Waldstück ihr Eigen nennen, wo sie auch in Zukunft auf Expeditionstouren gehen und die Natur erforschen können.

Die Regeln sind einfach

Förster Wilhelm Matheis hilft dabei. Die Regeln sind ganz einfach: "Das Grüne muss nach oben", scherzt der Fachmann. Und die Kinder haben sichtlich Spaß bei der Arbeit. Einige tragen gleich zehn Setzlinge auf einmal davon. Platz genug gibt es allemal. Mit Schüppe und Baum bewaffnet machen sich die Kleinen auf die holprige Suche nach dem nächsten Loch zum Pflanzen. Diese wurde zur Hilfe schon mal vorab ausgehöhlt, um die richtigen Standorte zu markieren. Genug zu tun gibt es trotzdem. Schon jetzt überragen die Setzlinge einige der Kinder, in 120 Jahren erwachsen daraus gewaltige Riesen.

"Der Wald bietet den Kindern enorm viele Erfahrungswerte", erklärt Hannelore Prost, Leiterin des katholischen Kindergartens, "dazu lernen die Kinder gut mit der Natur umzugehen, wodurch sie letztlich auch den Umgang mit Menschen lernen", fügt Erzieherin Mechthild Ingenbeek hinzu. Schon herum liegende Wurzeln werden zu Werkzeugen umfunktioniert, mit denen man spielen kann. Ein Geästhaufen dient als Zelt. Die Kinder identifizieren sich mit ihrem Waldstück, die Arbeit darin ist daher eher Freude als Strapaze.

Würstchen für alle

Beherzt treten die Sprösslinge die Wurzeln fest, holen sich Nachschub und machen sich wieder auf die Suche. Zu zweit oder dritt machen sich die Kinder auf zum nächsten Loch. Ganz selbstverständlich arbeiten die Kleinen vereint, über die eigene Gruppe hinweg. Nur für die Kleinsten ist das Pflanzen eine Herausforderung. So spielen die Zweijährigen lieber mit Eichen und Ästen. Nach einiger Zeit kommen auch die Älteren hungrig aber stolz dazu. Zur Belohnung für die Verschönerung des Waldstücks hat Förster Matheis nämlich eine Überraschung parat: Würstchen für alle! So versammeln sich die I-Dötzchen auf ihrem selbsterbauten Waldsofa und betrachten die Früchte ihrer Arbeit – einen eigenen Wald für die Marienbaumer Kinder.

(RP)