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Xanten: Ein Paradies für Archäologen

Xanten : Ein Paradies für Archäologen

Der neue Verwaltungsbau des LVR-Archäologischen Parks Xanten ist offiziell eröffnet. In den vergangenen vier Jahren entstand am Südwestrand des Parks ein modernes Forschungszentrum mit Büros, Restaurierungslabors und Magazinen.

Vor knapp zehn Jahren begannen die ersten Planungen. 2014 rollten dann die ersten Bagger an, vor zwei Jahren zogen die ersten Mitarbeiter ein. Seit gestern ist der Umzug der Verwaltung des LVR-Archäologischen Parks Xanten (APX) in ihren Neubau an der Bahnhofstraße 46-50 nun endgültig abgeschlossen. Das wurde mit einem offiziellen Festakt gefeiert.

Xanten: Ein Paradies für Archäologen
Foto: Fischer Armin

Am Südwestrand des APX ist in den vergangenen vier Jahren allerdings nicht bloß ein reiner Verwaltungstrakt entstanden, sondern ein wahres Paradies für Archäologen. Restaurierungswerkstätten, Magazine, Archive, eigene Übernachtungsräume für externe Mitarbeiter - der rund 5000 Quadratmeter große und etwa 16 Millionen Euro teure Neubau bietet den Archäologen, die hier tätig sind, modernste Arbeitsbedingungen. "Im alten Verwaltungsbau hatten wir bei weitem nicht die Möglichkeiten, die wir hier nun vorfinden", sagte der sichtbar stolze und zufriedene APX-Leiter Martin Müller bei der Eröffnung. "Daher haben wir bei der Planung erst einmal unsere Arbeitsabläufe hinterfragt, danach geschaut, was für uns wichtig ist, und dann angefangen, den Architekten unsere Vorstellungen zu vermitteln."

Xanten: Ein Paradies für Archäologen
Foto: Fischer Armin

Das zweigeschossige Gebäude entspricht daher nun allen Anforderungen an ein modernes Forschungszentrum. Die Gebäude sind so aufgebaut, dass Fundstücke, die hier ankommen, möglichst schnell und professionell bearbeitet werden können. Zunächst durchlaufen sie eine Wäscherei, werden dann in einem speziellen Ofen getrocknet, bevor sich Restauratoren mit Mikroskopen an die Arbeit machen. Knapp eine Million Funde lagern hier in rund 30.000 Kisten. Und die brauchen Platz: Ton-, Stein- und Glasfunde sind bei der exakt richtigen Temperatur in den einzelnen Magazinen fein säuberlich in Regalen gelagert. Auch ein Tiefkühl-Magazin wurde eingerichtet. Mehr als ein Dreivierteljahr hat es gedauert, bis das komplette Magazin im Neubau untergebracht war. "Schließlich mussten wir mit der größtmöglichen Sorgfalt zu Werke gehen, um die einzelnen Funde nicht zu beschädigen", erklärt Müller.

Schneller ging da freilich der Umzug der Verwaltung vonstatten. Bereits Ende 2016 konnten die ersten Mitarbeiter ihre Büros am neuen Standort beziehen. "An diesem Ort vereint sich alles, was wir für die Bewältigung unserer Aufgaben benötigen. Für die nächsten Jahrzehnte haben wir die optimalen Arbeitsbedingungen geschaffen", sagt Müller.

Der Neubau diene aber keinesfalls dazu, sich nun von der Außenwelt abzuschotten, betont Jürgen Rolle, Vorsitzender des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland. "Wir wollen Besucher dazu einladen, sich hier ein eigenes Bild von unserer Arbeit zu machen." Dazu werden künftig regelmäßig Führungen angeboten.

Zudem unterstreicht ein weiteres Vorhaben, das voraussichtlich ab dem Jahr 2020 realisiert werden soll, die Offenheit, die die APX-Forscher zeigen wollen: Dann soll sich als zweiter Bauabschnitt ein sogenanntes Entdeckerforum als museumspädagogisches Zentrum des APX an den Verwaltungsbau anschließen und den wohl im September fertiggestellten neuen Parkeingang mit dem Forschungszentrum an der Bahnhofstraße verbinden.

(p-m)