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Labbeck: Ein ganzes Dorf packt an

Labbeck : Ein ganzes Dorf packt an

950 unentgeltliche Arbeitsstunden stecken drin, an die 20000 Euro an Materialkosten durch die Gemeinde und nochmals (nach der Endabrechnung) 25000 Euro aus der Kulturstiftung der Sparkasse am Niederrhein. Was dafür herausgekommen ist, ist derzeit noch umzäunt, gibt aber schon einen Vorgeschmack auf ein anheimelndes Plätzchen.

950 unentgeltliche Arbeitsstunden stecken drin, an die 20 000 Euro an Materialkosten durch die Gemeinde und nochmals (nach der Endabrechnung) 25 000 Euro aus der Kulturstiftung der Sparkasse am Niederrhein. Was dafür herausgekommen ist, ist derzeit noch umzäunt, gibt aber schon einen Vorgeschmack auf ein anheimelndes Plätzchen.

Brunnen im Mittelpunkt

Bereits seit Jahren bestand in Labbeck der Wunsch, den Dorfplatz zu verschönern. Das ist nun in kürzester Zeit gelungen, weil die ganze Dorfgemeinschaft angepackt hat. Die Hubertus-Schützen scheuten keine Mühe, und im Mittelpunkt steht der Brunnen des Sonsbecker Steinbildhauers Reiner Weber. Er ist der römischen Wasserleitung nachempfunden, die vor rund 2000 Jahren die Colonia Ulpia Traiana am heutigen Xanten mit Trinkwasser aus den Quellen aus dem Gebiet am Hasenacker versorgte.

Diese Quellen werden nun durch einen Basaltblock dargestellt, aus dem ständig Wasser sprudelt. An der Kopfseite des Steines hat Weber eine Karte eingearbeitet, die den Verlauf der Wasserleitung wiedergibt. Rund um den Quellstein tummeln sich drei bronzene (Sand-)Hasen. Das Wasser fließt anschließend durch eine der Ursprungsleitung nachempfundenen Rinne weiter. Der erste Teil ist als Aquädukt dargestellt. An der CUT, einem Ringwall nachempfunden, sprudelt abermals Wasser. Nur der vorläufige Name, wie Bürgermeister Leo Giesbers gestern bei der Präsentation sagte: "Labbecker Brunnen".

Gleich daneben: ein Originalstück der alten Wasserleitung, das im September durch Archäologen aufgearbeitet werden soll. Brudermeister Paul van de Weyer berichtete gestern gleichermaßen bescheiden wie stolz von den Schützen-Aktivitäten. Fünf bis sechs Wochenenden seien fürs Aufmöbeln des Platzes einkalkuliert gewesen, zehn seien es geworden — mit mindestens 950 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit. Nun ist der Dorfplatz schön möbliert, wird gemütlich ausgeleuchtet und hat auch sein altes Wappen wieder. So nebenbei wurde auch noch die Toilette frisch gestrichen. Die Umgestaltung hatte Gerd Quinders zu Papier gebracht, der Heimat- und Verkehrsverein, gestern vertreten durch den Vorsitzenden Johannes van Mierlo, war Antragsteller für die Brunnenanlage gewesen.

Dorffest am Sonntag

Zum Dorffest, also zur Einweihung des "neuen" Dorfplatzes, sind alle Labbecker am Sonntag, 1. Juni, eingeladen, so die Ortsvorsteherin Hildegard Pieper. Um 10.30 Uhr geht's los, für Speis und Trank wird reichlich gesorgt sein. Beteiligt sind 15 Gruppen aus Alpen.

(RP)