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Xanten: Drohne zeigt den Dom von oben

Xanten : Drohne zeigt den Dom von oben

Ein Ingenieurbüro aus Alpen liefert Luftaufnahmen für einen WDR-Film über den Xantener Dom. Ein ferngesteuertes Fluggerät erlaubt spektakuläre Kameraflüge über die Kirche und durch das Kirchenschiff.

Die "Drohne" hört sich an wie ein Schwarm Riesenhummeln und sieht mit ihren vielen Kabeln, Kamera und sechs Rotoren aus, als hätte "Q" persönlich sie für James Bond entwickelt. Mit dem ferngesteuerten Flugdings verschafft sich Arno Ingenlath sonst einen Überblick, wenn er zu großen Unfallstellen gerufen wird. Oder er prüft Umweltschäden an Dächern.

Neulich war er auch an der Brücken(ab)baustelle in Wesel tätig. Ein richtiger Filmdreh ist für den Sachverständigen aus Alpen aber Neuland. Gestern betrat er es: Die Filmproduktion Stein testete den Einsatz der Kamera-Drohne für Aufnahmen am Xantener Dom. Wie berichtet, dreht die Crew für den WDR ein Dokudrama über das Gotteshaus. Für Luftaufnahmen des Doms wurde zunächst an einen Ballon oder einen Hubschrauber gedacht. Bis Dombaumeister Johannes Schubert über Ingenlath und seine Drohne in der RP las und den Filmleuten einen Tipp gab . . .

Aus dem Hubschrauber muss aus größerer Entfernung mit einem Teleobjektiv gedreht werden, dagegen erlaubt die Drohne Luftaufnahmen aus unmittelbarer Nähe. "Der Effekt ist ein ganz anderer", so Regisseur Martin Papirowski. Während Arno Ingenlath gestern die Drohne durch luftige Höhen über dem Dom steuerte, gab Papirowski, den Kontrollmonitor fest im Blick, seine Anweisungen. "Gerade nach oben! Zwischen die Türme! Langsam!" Problem Nr. eins: der Wind.

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Die Kameraflüge müssen sanft und ruhig sein, sonst verwackeln die Bilder. Doch selbst wenn es am Boden windstill schien, kam es vor, dass die Drohne über den 73 Meter hohen Domtürmen oder zwischen den Fialen der Seitenschiffe in den Böen Rumba tanzte. Nicht nur deshalb musste Arno Ingenlath die Joysticks der Fernbedienung mit höchster Konzentration bewegen, sondern auch, um das 15 000 bis 20 000 Euro teure Fluggerät nicht zu gefährden.

Nach einigen Außendrehs ging es gestern in den Dom, wo Ingenlath die Kamera durch das Mittelschiff über den Lettner fliegen ließ. Ein toller Effekt, wenn er gelingt. Denn auch im Dominneren war es schwer, die Drohne ganz ruhig in der Luft zu halten. Dennoch zeigte sich Regisseur Papirowski mit den ersten Tests zufrieden. "Einige Einstellungen werden wir bestimmt verwenden", kündigte er an.

Später zog das Filmteam — ohne Drohne — zu Aufnahmen in den APX weiter. Mithilfe von Computertechnik verwandelt sich im späteren Film der heutige Römerpark in die alte Römerstadt Colonia Ulpia Trajana zurück. Auch der heutige Marktplatz wird digital ins Mittelalter zurückkatapultiert. Gezeigt wird das mit Spielszenen angereicherte Domporträt am 1. November 2013 im WDR-Fernsehen.

(RP/rl)