Xanten: Drei Männer stehen im Rathaus am Herd

Xanten: Drei Männer stehen im Rathaus am Herd

Die Show "Die Welt im Kochtopf" gibt einen Einblick in Produkte, Anbau und Vermarktung von fair gehandelten Lebensmitteln. Den Kochlöffel schwingen zu diesem Zweck auch Erwin Kohl und Bürgermeister Thomas Görtz.

Mit der Kochshow "Die Welt im Kochtopf" boten die beiden Fairtrade-Aktivisten Hendrik Meisel und Klaus Hamelmann den vielen Gästen, die am Freitagabend in den Sitzungssaal des Xantener Rathauses gekommen waren, einen interessanten Einblick in den Anbau und in die Vermarktung von fair gehandelten Erzeugnissen. "Wir haben Asien, Afrika und Lateinamerika bereist und lassen Sie unsere Eindrücke und Erkenntnisse zum fairen Handel per Videoclip miterleben", lud Meisel die weit über 100 Besucher zum Zuschauen ein, wobei er sich auch schon die ersten kleinen Tomaten zum Schneiden zurechtlegte.

Am Kochtopf stand allerdings nicht nur Meisel, Bürgermeister Thomas Görtz und Journalist Erwin Kohl gingen dem "Chefkoch" als perfektes Assistenzteam zur Hand. Hamelmann war während der zweistündigen Show für die Technik zuständig, vor allem für das Einspielen der passenden Videoclips. Dass die Stadt Xanten, die schon im Oktober 2012 von der Organisation TransFair als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet worden war, sich diese Kochshow ins Rathaus geholt hatte, ging vorrangig auf die Initiative einer Steuergruppe, zu der auch die Eine-Welt-Gruppe-Xanten gehört, zurück. Die Eheleute Anton Artz, engagierte Befürworter der Eine-Welt-Gruppe mit Dr. Wolfgang Schneider als Vorsitzenden, erklärten: "Im Rahmen unseres 30-jährigen Vereinsjubiläums können wir der Bevölkerung mit dieser Kochshow ein weiteres attraktives Angebot machen."

In einem mobilen Küchenstudio richteten Meisel, Görtz und Kohl ein Hauptgericht, bestehend aus Quinoa-Salat mit Ziegenkäse und Reis-Kugeln mit karamellisierten Chilli-Cashewnüssen, und ein Dessert aus flambierten Bananenstückchen auf einer One-World-Quark-Creme an. Görtz und Kohl erwiesen sich als talentierte Zerkleinerer aller möglichen Gemüse-und Obststücke, Meisel schüttete sie in die Töpfe, alle drei rührtenfleißig um.

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Während der Zubereitung der Mahlzeiten wusste Meisel das Publikum mit lockeren Sprüchen und amüsanten Anekdoten, aber auch mit interessanten Gesprächen mit Görtz und Kohl zu unterhalten. So erfuhr das Publikum, dass den Gästen im Rathaus nur fair gehandelter Kaffee und fair gehandelte Limonade angeboten wird und dass es in der Regel ein Jahr dauert, bis ein "Erwin Kohl-Krimi"erscheint. In kleinen Schälchen reichten die Köche dem Publikum das Essen, mit Lob und Dank wurden diese geleert.

Auf beeindruckende Weise verdeutlichte Meisel dem Publikum immer wieder, wie viel besser es den Bauern in Costa Rica, in Chile und in Ruanda ginge, wenn jeder von ihnen seine Erzeugnisse wie Kaffee, Honig, Bananen, aber auch Rosen, wie es in den Clips gezeigt wurde, in Fairtrade-Kooperativen produzieren könnte. Tausende von Bauern sind in den genannten Ländern in Fairtrade- Kooperativen, in denen die Arbeiter nicht nur adäquat entlohnt werden, sondern auch frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen produzieren können, organisiert.

(hvh)
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