Neuer Zeitplan in Xanten: Drache im Kurpark kommt mit Verspätung

Neuer Zeitplan in Xanten : Drache im Kurpark kommt mit Verspätung

Für die Planung mit einem offenen Maul hätte die Stadt allein 50.000 bis 60.000 Euro für die Bodenplatte zahlen müssen. Zu teuer. Also wurde umgeplant, das hat den Zeitplan durcheinandergewirbelt.

Die Kosten für den im Kurpark geplanten Kletterdrachen sind der Stadt gehörig auf den Magen geschlagen. So sehr, dass Kinder künftig doch nicht durch sein weit aufgerissenes Maul zwei Meter weit ins Innere durchkriechen können. Angesichts der Angebote von Bauunternehmen von bis zu 60.000 Euro für die Bodenplatte mussten Bürgermeister Thomas Görtz und der Technische Dezernent Niklas Franke heftigst schlucken und umplanen. "Das ist bei aller Liebe nicht zu finanzieren. Wir wären inklusive aller anderen Kosten in Dimensionen gewesen wie der neue Spielplatz am Ostwall", sagt Görtz. Darum entschieden sie sich gemeinsam mit Künstlerin Nicole Peters für eine abgewandelte Form mit einem geschlossenen Maul, die wesentlich geringere Anforderungen an Statik und Sicherheit stellt.

Die alte Planung von Nicole Peters ist Makulatur. Eigentlich wollte sie am Dienstag mit Freiwilligen daran gehen, das in ihrer Werkstatt vorbereitete Styropor-Skelett mit Beton zu verkleiden und so dem Untier eine Gestalt zu geben. Aber die Vorbereitungen seien aufwendiger gewesen als gedacht, erläutert Görtz. Die Abstimmung mit dem Tüv, der am Ende die Unbedenklichkeit bescheinigen muss, zog sich hin, ein Statiker musste gefunden werden, damit die Figur vernünftig im Boden gegründet wird. "Das alles hört sich einfach an, aber der Teufel steckt im Detail", fasst der Bürgermeister zusammen.

Als dann noch die ersten Angebote für die Bodenplatte eintrafen, "haben wir uns erst einmal hingesetzt". Ein geöffnetes Drachenmaul mit einer Betonröhre wirbelte alle Überlegungen durcheinander. Eine Krisensitzung mit Nicole Peters fand statt. Man entschied sich für eine modifizierte Figur ohne Röhre. Das vereinfacht das Fundament und reduziert somit die Kosten.

Nun kann es endlich losgehen, eine erneute Ausschreibung erbrachte wesentlich günstigere Angebote. Ab kommender Woche beginnt ein Fachunternehmen im Nordpark mit den Arbeiten an der Bodenplatte. Anschließend muss alles noch einige Wochen aushärten.

Die Pfingstferien als Start für die Gestaltung des Drachen sind also nicht haltbar. Darum hat die Gocherin in den letzten Tagen versucht, alle, die mitmachen wollten, zu erreichen. "Die Interessenten haben mir die Bude eingerannt", sagt sie. 50 bis 60 kleine und große Helfer hatten sich gemeldet, Eltern teilweise extra Urlaub genommen.

Nun hat Nicole Peters für die Einrichtung ihrer Baustelle den 12. Juni anvisiert. Bis Mitte Juli soll der Drache nahe der Kriemhildmühle stehen. "Der Körper wird ausmodelliert, bis auch das letzte Detail perfekt ist", betont sie.

Mit den Sommerferien beginnt die Feinarbeit. Ab 16. Juli will sie gemeinsam mit Freiwilligen in sechs Wochen den Drachen mit einem Fliesenmosaik überziehen. Danach muss alles einige Wochen ruhen, so dass die zwölf Meter lange Kletterfigur im Herbst in Beschlag genommen werden kann. Auch wenn der Drache sein Maul dann nicht weit aufreißt, soll er dennoch alles andere als friedlich erscheinen. "Er wird seine Zähne fletschen", kündigt die Künstlerin schon mal an.

Wer Interesse hat, beim Einbetonieren des Styropor-Skeletts oder bei der Mosaikverzierung mitzumachen, kann sich bei Nicole Peters melden. Telefon: 02823 9760306 oder 01744621098 oder per Mail an atelier@nicole-peters.de

(pek)
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