Xanten: Dombauverein kämpft um die Bauhütte

Xanten : Dombauverein kämpft um die Bauhütte

Die angekündigte Kürzung von Landesmitteln für die Denkmalförderung trifft den Verein zur Erhaltung des Xantener Domes hart. Eine Stelle in der Dombauhütte steht auf dem Spiel und damit möglicherweise die ganze Werkstatt.

Es ist eine Nachricht, die die Freude im Jubiläumsjahr des Doms trübt: Das Land NRW will die Mittel für die Denkmalförderung drastisch kürzen. Der Dombauverein stellt sich auf 40 000 Euro weniger in der Kasse ein. "Dann geraten wir sofort in die roten Zahlen", sagte gestern der Vereinsvorsitzende Hans-Wilhelm Barking. Gelingt es nicht, den Ausfall zu kompensieren, stehe eine der 4,5 festen Stellen der Dombauhütte auf dem Spiel. "Ob eine eigene Hütte wirtschaftlich und organisatorisch dann noch Sinn macht, ist fraglich."

Am Dienstag hat die SPD-Fraktion im Landtag getagt. Nach der Sitzung erfuhr Barking vom Landtagsabgeordneten und Kulturausschussmitglied Norbert Meesters, dass zumindest die gänzliche Streichung der Mittel vom Tisch sei. "Für städtebauliche Denkmäler, die sich in der Hand des Landes befinden, sollen 51 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten werden die Fördermittel 2013 von bisher zwölf auf 9,3 Millionen Euro gekürzt", berichtete Barking. "Ab 2014 stehen dann jährlich nur noch drei Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich soll es eine Förderung auf Darlehensbasis geben."

Darlehen aufzunehmen, sei für gemeinnützige Institutionen wie den Dombauverein gar nicht möglich, sagt Barking. "Das weiß man in Düsseldorf auch." Sein Fazit: "Ein Denkmalschutz mit drei Millionen Euro ist ein Etikett ohne Inhalt. Damit ist der öffentliche Denkmalschutz tot." Am Dienstag hat die Dombaukommission über die Lage diskutiert. Heute schickt der Vorstand der Dombauvereins ein Schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, in dem er auf die Wichtigkeit des Doms hinweist. "Er ist auch ein wirtschaftlicher Faktor", sagt Barking. "Xanten wäre ein Mittelzentrum wie jedes andere, hätte man den Dom nach dem Krieg nicht wiederaufgebaut." Und: "Wird ein solches Gebäude nicht ständig instand gehalten, entstehen in kurzer Zeit massive Schäden, deren Beseitigung viel mehr Geld kostet." Es gebe zwar auch Dombauvereine ohne eigene Bauhütte, beispielsweise in Aachen. "Aber dann wären wir bloß ein Geldsammel-Verein, der nach Kassenlage einzelne Reparaturen in Auftrag geben kann."

Seit geraumer Zeit wird im Dombauverein über Konzepte zur Rettung der Hütte nachgedacht. Das Mittel der Wahl: Die Mitarbeiter müssen externe Aufträge übernehmen. "Wir haben das prüfen lassen, es wäre mit unserem Status der Gemeinnützigkeit vereinbar." Gedacht wird zum Beispiel an Beratungen und Gutachtungen im Zusammenhang mit Kirchenbauten in anderen, nicht zu weit entfernten Städten. Dies sei aber nur möglich, wenn die Arbeit am Dom und der Immunität in Xanten nicht leidet. "Sie hat absolute Priorität." Und: Steinmetzbetrieben, die bislang an anderen Kirchen tätig waren, solle keine Konkurrenz gemacht werden. "Kommen Aufträge rein, könnten wir sogar weitere Mitarbeiter einstellen", sagt Barking. Geht der Plan allerdings nicht auf, könnte es um die Xantener Dombauhütte duster aussehen.

(RP)