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Xanten: Dieter Falk spricht über seine Musik

Xanten : Dieter Falk spricht über seine Musik

Die Moderatorin Steffi Neu interviewte den studierten Kirchenmusiker und Musikproduzenten, der jetzt in der Moerser Stadtkirche spielte. Am 20. und 21. Oktober wird in Rheinberg sein Luther-Oratorium aufgeführt.

Er ist 57 Jahre alt, 172 Zentimeter groß und lebt in Düsseldorf. Er mag Tomaten, frischen Fisch und Kreativität. Außerdem ist er der Ansicht, dass die heutige Kirchenmusik mehr Freude und Rhythmus vertragen kann.

Diese und noch viele weitere Informationen entlockte die bekannte WDR-Moderatorin Steffi Neu am Mittwoch bei einer ungewöhnlichen Musik-Talkshow in der Moerser Stadtkirche einem nicht weniger ungewöhnlichen Musiker. Dieter Falk, studierter Kirchenmusiker, mehrfacher Keyboarder des Jahres und Produzent bekannter Musikgrößen wie Nana Mouskouri, Roger Chapman, Karel Gott und Patricia Kaas - um nur einige zu nennen - hat vor zwei Jahren ein Pop-Oratorium über den 1483 geborenen Kirchenreformator Martin Luther geschrieben und geht - wie es Steffi Neu bei seiner Vorstellung am Mittwoch ausdrückte - "damit seither durch die Decke". "Musik und Gesang sind tragende Elemente in unserem religiösen Leben", hatte Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers die Einladung Dieter Falks zuvor in einer kurzen Begrüßungsansprache begründet, was von den meisten der knapp einhundert Besucher mit einem allgemeinen Kopfnicken bestätigt wurde.

Was sie daraufhin erlebten, hatte mit dem üblichen Singen in evangelischen Gottesdiensten allerdings nur wenig zu tun. "Ich spiele Ihnen jetzt mal ein Kirchenlied vor, das ich 1984 zum ersten Mal neu arrangiert habe", beendete er die erste Interview-Runde mit Steffi Neu und intonierte anschließend, von seinem Sohn Paul am Keyboard begleitet, eine fetzige Version des bekannten Kirchenliedes "Nun danket alle Gott" auf dem gerade erst neu angeschafften Flügel der Moerser Stadtkirche. "Singen Sie mit?" Das taten die Besucher bei der dann folgenden, etwas weniger fetzigen Version mit großer Begeisterung.

Und auch später konnte Dieter Falk seine Zuhörer immer wieder zum Mitsingen und sogar zu ein paar "groovigen" Tanzschritten animieren. "Grooven ist eine körperliche Freudenaktivität", lächelte er und schlug dazu mit zwei Fingern rhythmisch in seine andere Handfläche. "Und jetzt alle! Ich habe noch nie gehört, dass man in einer Kirche nicht tanzen darf." Bei der zweiten Interview-Runde beantwortete er Steffi Neu dann wieder Fragen zu seiner musikalischen Vergangenheit und zu seinem neuen Luther-Oratorium. "Ich bin irgendwie in der letzten Zeit wieder zu meinen ursprünglichen, musikalischen Wurzeln zurückgekehrt und freue mich, dass ich damit Leute in die Kirche locke, die sonst vielleicht nicht gekommen wären", erklärte er auf ihre entsprechenden Fragen hin. Darüber hinaus gab er dem Chorgesang und auch der "alten" Hausmusik in Zukunft wieder eine große Chance. "Chorsingen ist wie ein Virus, mit dem man sich gegenseitig ansteckt."

Auf seine Vergangenheit in der Jury der einstigen Fernseh-Castingshow "Popstars" angesprochen, fand er allerdings, dass nicht unbedingt jeder auch gleich eine Karriere als Gesangstar anstreben sollte. Nach einem von Vater und Sohn gemeinsamen gespielten Bachstück ging es nach einer zwanzigminütigen Pause dann mehr musikalisch weiter, wobei die Besucher natürlich auch in den Genuss einiger Ausschnitte aus Dieter Falks neuem Luther-Oratorium kamen.

Das komplette Luther-Oratorium von Dieter Falk ist am Freitag, den 20. Oktober ab 19.30 Uhr und am Samstag, den 21. Oktober ab 17 Uhr im Rheinberger Stadthaus zu hören. Karten zum Preis von 40 Euro gibt es im Internet unter www.adticket.de/Luther-Pop-Oratorium" oder in der Rheinberger Buchhandlung Schiffer am Holzmarkt 10.

(RP)