Vom Anlagemarkt: Die Sparmentalität der Deutschen

Vom Anlagemarkt: Die Sparmentalität der Deutschen

Kleine Zinsen, großes Problem: Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld braucht das Vermögen eine gute Struktur. Ein Vermögens-Check zeigt, wie sich Geldanlagen gleichzeitig solide und ertragreich gestalten lassen.

Es ist nicht leicht, die klassische Sparmentalität in Deutschland zu verändern. Die Bereitschaft zu neuen Anlageformen steigt zwar. Doch noch immer investieren über ein Drittel der Anleger in Tages- oder Festgelder.

Dies ergibt eine aktuelle, von Union- Investment beauftragte Anlegerbefragung im November 2017. Aber damit nehmen Anleger in Zeiten von Niedrig- oder gar Nullzinsen Realverluste in Kauf, weil Sicherheit und Stabilität für sie oberste Priorität haben.

Für ungeplante Ausgaben ein kleines Finanzpolster zu bilden ist auf jeden Fall sinnvoll. Jedoch solle ein solcher Notgroschen nicht unnötig groß sein. Etwa zehn Prozent des persönlichen Geldvermögens gelten dafür gemeinhin als ausreichend.

Denn ohne Zinsen bleiben schlicht die Erträge aus. Konnte man noch in den 90er Jahren sein Geld mit der klassischen Anlageform zehnjährige Bundesanleihen innerhalb von zwölf Jahren verdoppeln, dauert dies heute über 200 Jahre.

Genau hier sollte man ansetzen: Heute wird eine Vermögensstruktur notwendig, die Stabilität mit Renditeaussichten verbindet. Eine ausgewogene Struktur ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses, das auf mehreren Säulen basiert. Dazu gehören neben Liquidität auch Geldwerte (beispielsweise verzinsliche Wertpapiere), Substanzwerte (wie Aktien), alternative Anlagen (zum Beispiel Rohstoffe) und Sachwerte wie Immobilien.

Ist das Vermögen gut auf unterschiedliche Anlageklassen, -formen und -märkte verteilt, eröffnet dies zum einen mehr Chancen auf Erträge. Denn ein Gang an den Kapitalmarkt, wie etwa über Aktien, bietet ungleich größere Möglichkeiten, Rendite zu erzielen. Zum anderen senkt eine solche breite Streuung auch mögliche Risiken.

Die Ausgestaltung einer zeitgemäßen Vermögensstruktur ist natürlich von den individuellen Zielen und Anforderungen abhängig. Doch mit geeigneten Produkten wie Investmentfonds sind Chancen und Risiken selbst für vorsichtige Anleger gut in Einklang zu bringen.

Zum Jahreswechsel ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die persönliche Vermögensanlage anzuschauen und diese gegebenenfalls neu zu strukturieren, um keinen Wertverlust zu erleiden. Wie sich das Geld mit einfachen Mitteln vernünftig anlegen lässt, erfährt man am besten in einem persönlichen Gespräch bei Ihrem Berater.

AUTOR VOLKER LEIMKÜHLER IST BANKBETRIEBSWIRT (BA) UND FINANZ- UND VERMÖGENSBETREUUNG NEUKIRCHEN DER VOLKSBANK NIEDERRHEIN EG

(RP)