Unsere Woche: Die Schulen müssen kämpfen

Unsere Woche: Die Schulen müssen kämpfen

Schulen befinden sich heute in einem knallharten Wettbewerb. Jede Einrichtung versucht, sich so gut wie möglich zu verkaufen, um genügend Anmeldungen zu bekommen.

Pädagogische Konzepte werden angepriesen, mit Veranstaltungen machen die Einrichtungen auf sich aufmerksam. Kein Schulleiter kann es sich heute noch erlauben, auf das Werben um neue Schüler zu verzichten.

Wie wichtig ein gutes Image ist, sieht man gut am Beispiel der Sekundarschule Alpen. Im vergangenen Jahr waren die Anmeldezahlen noch so weit im Keller, dass das Ende der Schule bereits besiegelt schien. Dank eines Regierungswechsels im Land und einem damit einhergehenden Nachjustieren der Rahmenbedingungen hat die Schule den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Jetzt steht sie sogar besser als erwartet da, wird dreizügig ins nächste Schuljahr gehen. Auch, weil nicht wenige Rheinberger sich für Alpen entschieden haben.

Anders die Europaschule in Rheinberg. Lagen der Gemeinschaftsschule im Modellversuch in den ersten Jahren jeweils deutlich mehr als die maximal zulässigen 150 Anmeldungen (sechs Parallelklassen mit jeweils maximal 25 Kindern) vor, so zeichnet sich hier inzwischen eine stark rückläufige Entwicklung ab. Bisher sind noch nicht einmal die für einen fünfzügigen Start ins nächste Schuljahr erforderlichen 100 Jungen und Mädchen angemeldet. Die lange Zeit unsichere Situation der Alpener Schule mag dabei eine Rolle gespielt haben, sicher aber die Tatsache, dass sich Eltern schwertun mit neuen Schulformen. Das gilt übrigens nicht für die Oberstufe: Da sind die Zahlen auch für Jahr zwei gut.

Unterdessen ist der Drang zum Gymnasium ungebrochen. Dem Amplonius-Gymnasium liegen zwar jetzt auch etwas weniger Anmeldungen (rund 140) vor als im Vorjahr, allerdings gab es vor einem Jahr einen extrem starken Jahrgang. Interessant ist, dass die beschlossene Rückkehr zum neunjährigen System (G 9) für das Amplonius-Gymnasium keine erkennbaren Auswirkungen auf den Zuspruch hat. Das Gymnasium bleibt ganz offensichtlich die bei Eltern beliebteste Schulform.

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Interessant wird sein, wie die Analyse der Anmeldezahlen im nächsten Rheinberger Schulausschuss am 28. Februar ausfallen wird. Dann wird auch darüber zu reden sein, dass es momentan keine verlässliche Schulentwicklungsplanung gibt. Es wird höchste Zeit, dass die Zahlen fortgeschrieben wird, damit Politik, Verwaltung und Schulen besser planen können.

In diesem Sinne: ein angenehmes Wochenende!

uwe.plien@rheinische-post.de

(RP)