Die Regionen Xanten, Rheinberg, Sonsbeck und Alpen bekommen durch das Leader Projekt Nachbarschaftsberatung ab 2019 mehr Sozialhilfen

Projekt in Xanten : „Nachbarschaftsberatung“ nimmt Formen an

Der Xantener Rat hat über die Umsetzung des Leader-Projekts abgestimmt. Bis Januar soll der Antrag genehmigt sein.

Der nächste Schritt ist getan. Ab Januar 2019 sollen ältere alleinstehende Bürger in Xanten, Rheinberg, Sonsbeck und Alpen verstärkte Sozialhilfen bekommen. So stimmte der Stadtrat Xanten für das „Leader-Projekt Nachbarschaftsberatung“ ab. Vorbild ist das Pilotprojekt der Regionen Lippe und Issel von 2008. Es wird von der Europäischen Union gefördert.

Ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer sollen künftig Bürger in hohem Alter als Alltagshilfen zu Verfügung stehen. „Wir erhoffen uns dadurch die Stärkung des sozialen Umfelds in der Nachbarschaft“, erklärt Michael Verhalen vom Sozialamt Xanten.

Pro Kommune soll eine halbe Personalstelle geschaffen werden, um die Nachbarschaftsberater zu koordinieren und sie für ihre ehrenamtlichen Einsätze ausgiebig zu schulen. Die Entscheidungen in Rheinberg, Sonsbeck und Alpen seien ebenfalls positiv ausgefallen, ergänzt Verhalen. „Die gesamte Bandbreite des Sozialamts steht hinter dem Beschluss.“ Regionalmanagerin Kristin Hendriksen kümmert sich nun um die Fertigstellung der Anträge. „Das Projekt steht noch in der Pipeline. Aber bis zum 1. Januar sollte, wenn alles gut läuft, alles in trockenen Tüchern sein“, ergänzt sie.

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Das Projekt Nachbarschaftsberatung soll außerdem von einem Lenkungsgremium begleitet werden, in dem ein Vertreter aus den Städten Xanten und Rheinberg, den Gemeinden Sonsbeck und Alpen, dem Kreis Wesel sowie jeweils ein Vertreter von dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und von der Lokalen Aktionsgruppe Niederrhein (LAG) sitzt. Die halbjährlichen Treffen, die mit diesem Gremium angesetzt sind, sollen zum Lösen auftretender Probleme und Teilen von Wissen beitragen. Einen zusätzlichen Mehrwert wird durch die Vernetzung mit der Lippe-Issel-Region gewonnen, um von ihren Erfahrungswerten der Vorjahre zu profitieren.

Durch den regionalen Bezug kann ein vertrauter Umgang abseits der Familie geschaffen werden. Oftmals gebe es Hemmungen, die eigene Hilfsbedürftigkeit im privaten Umfeld einzugestehen, wisse man aus den Vorjahren. Genau dann können die Personalstellen aufgesucht werden, Hausbesuche veranlassen und Kontakte vermitteln. Ziel ist es, durch das Projekt eine möglichst lange Selbstständigkeit der Bürger zu schaffen. Hendriksen erhofft sich dadurch eine stetige Zusammenarbeit der Leader-Regionen.

„Leader“ ist eine Fördermaßnahme der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Ziel der Förderung ist die Unterstützung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung. Nachhaltigkeit soll auch ab Januar in Xanten, Rheinberg, Sonsbeck und Alpen groß geschrieben werden: Die Projektpartner erhoffen sich, durch die Beteiligten mehr Wissen und Bewusstsein in die Gesellschaft zu bringen. Dadurch könnten lokale Netzwerke erweitert und Kooperationen gestartet werden, die so längerfristig in die gesellschaftlichen Strukturen integriert werden könnten.

Niklas Franke, Technischer Dezernent von der Stadt Xanten, fügt hinzu: „Bei uns im ländlichen Raum gibt es noch bestehende Strukturen und kurze Wege, weswegen das Projekt Nachbarschaftshilfe hier durchaus sinnvoll ist.“ Der Projektzeitraum beträgt drei Jahre. Am 1. Januar 2019 soll es losgehen und bis Ende 2021 andauern. Jede der vier Gemeinden ist dazu verpflichtet, in diesem Zeitraum einen jährlichen Personalkostenanteil von rund 16.500 Euro zu bezahlen.

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