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Xanten: Die Not machte erfinderisch

Xanten : Die Not machte erfinderisch

Jörg Banemann, Pumpenmeister der Nachbarschaft Zum Wald, hatte sich anlässlich des 40-jährigen Jubiläums gestern trotz sommerlicher Temperaturen so richtig in Schale geschmissen: Schwarzer Dreiteiler und edler Zylinder. "Mein Onkel war der erste Pumpenmeister, er hat festliche Ansprachen immer in Anzug und Zylinder gehalten", erläutert Banemann. Vor Jahrhunderten waren Pumpennachbarschaften aus der Not heraus ins Leben gerufen worden - und als eine solche Notgemeinschaft entstand 1974 auch die Nachbarschaft am Adenauerplatz. "Der Kanal war zu klein, uns sind die Keller abgesoffen. Also haben wir uns zusammen getan und gegenseitig die Keller leergepumpt", erinnert sich Banemann.

Als Ort für die Pumpe hat Edith Rokyta ihren Garten zur Verfügung gestellt. Die Nachbarn danken es ihr auf ihre Weise. "Wir halten die Pumpe und den Garten in Schuss", sagt Banemann. Nach einem Sektempfang vor Ort ging es zum gemeinsamen Frühschoppen in den Garten der Familie Bocksteger, danach zum Mittagessen an die Grundschule. "Welche Nachbarschaft hat schon einen ganzen Schulhof für Feiern zur Verfügung. Überhaupt sind wir gut ausgestattet. Von der Geburt bis zum Tod, von Doktor Anker bis zum Friedhof", erzählt Banemann, der in den 40 Jahren erst der dritte Pumpenmeister ist. Als einer der wenigen heute noch aktiven Gründungsmitglieder erinnert sich Manfred Hahnen an die Entwicklung der Gemeinschaft: "Wir haben damals mit 120 Nachbarn gefeiert, da waren Familien mit sechs Kindern bei. Heute sind wir nur noch 35, aber wir feiern noch genauso gerne."

Und zwar den ganzen Tag über bis zum gemeinsamen Abendessen und noch ein wenig darüber hinaus.

(RP)