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Die Kultur-Roadtour hat Station gemacht in Sonsbeck

Kultur rollt wieder an : Acht Stunden Musik hinter der Mühle

Die Kultur-Roadtour des Kreises Wesel hat in Sonsbeck Station gemacht. Es war ein Fest für die ganze Familie. Kunstschaffende und Publikum waren froh, dass wieder was geht auf der Bühne. Auch das Wetter passte.

Rabea Küpper bringt‘s auf den Punkt: „Endlich mal wieder was los“, freut sich die 43-Jährige und macht es sich auf einem schwarzen Liegestuhl bequem. Den hat die Sonsbeckerin, die Samstagnachmittag mit Mann und Tochter zur Gommanschen Mühle gekommen ist, nicht etwa selber mitgebracht, um ihn bei Sonnenschein auf der Wiese unter Bäumen aufzuklappen. Vielmehr gehört sie zu den Leuten aller Altersgruppen, die dabei sind, als die Kultur-Roadtour des Kreises Wesel für Musik und Comedy bis in die späten Abendstunden sorgt. Bei freiem Eintritt.

Alle 30 Minuten kündigt Moderator Dirk Elfgen einen neuen Act an. Freunde sitzen an Bierzeltgarnituren zusammen, prosten sich zu, holen sich eine Wurst im Brötchen oder eine Portion Pulled pork bei Grillmeister Christian Holz. Kinder toben über die Wiese, nachdem sie lange vor der Bühne still gesessen haben.

 Zum Auftakt sorgt Clown Wolfelino und die Singer-Songwriterin Sarah Hübers mit Hits für Kids für Stimmung im jungen Publkum. Danach stimmen Andrea Eunich, Michael Mrosek und Corinna de Pooter bekannte Musical-Songs an. Bei Anna und Elsa aus der „Eiskönigin“ können fast alle Kinder den Text mitsingen. Mit Timo Brandt präsentiert ein junger Singer-Songwriter mit seiner Gitarre schöne Balladen und gibt das Mikro an Helmut Sanftenschneider weiter.

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Den kündigt Elfgen als „Flamenco-Profi aus dem Ruhrgebiet“ an. Der Comedian mit der Akustik-Gitarre stimmt erst mal ein Lied über die „Grüne Perle“ an: „Sonsbeck, Sonsbeck, du Schönheit an der Grenze, wir haben dich so gern. Deine Felder und deine Windmühle, wenn man da mal drauf ist, dann will man gar nicht runter.“ Er singt aber nur die erste von 13 Strophen, bei seiner Premiere in Sonsbeck. Er sei in Bochum aufgewachsen, erzählt er, in einer Straße, wo eine spanische Familie lebte. Der Sohn habe ihm immer spanische Musik vorgespielt. Auf der Gitarre. Das prägte den damals 17-Jährigen. Flamenco ging ihm in Fleisch und Blut über. „Volare, oho. Cantare, ohohoho.“

Sanftenschneider, den man im Netz unter „Nachtschnittchen“ findet und der „ein latentes spanisches Temperament“ im Publikum wahrnimmt, lässt es sich nicht nehmen, die Top 5 auf Kreuzfahrtschiffen zu spielen und singen. Auf Platz fünf: Marianne Rosenberg. „Der gehört schon mir, denn mein Handtuch liegt ja hier.“ Auf Platz eins: Drafi Deutscher. „Würgst du schon, wenn die Wellen gehen? Damm damm, damm damm.“ Dann wird’s derbe: „Mancher, wenn er Essen bricht, trifft dann seine Tüte nicht, alles, alles geht vorbei, Riesensauerei.“ So ist er eben, der Helmut Sanftenschneider. Er verspricht beim Abgang von der Bühne: „Ich komm’ zurück nach Sonsbeck – wenn auch nicht in diesem Leben.“

Weiter geht es mit dem Pop-Duo „Junitraum“. Jasmin und Caro besingen ein Ehepaar aus dem Publikum, das seit 49 Jahren verheiratet ist, holt den beiden bei strahlendem Sonnenschein Millionen Sterne vom Himmel und verabschieden sich mit „Feuer in der Nacht“.

„Man ist als Diva nach außen eine Zicke“: Auch Diva La Kruttke ist vor ihrem Auftritt noch nie in der kleinsten Gemeinde des Kreises Wesel gewesen. Sie macht eine gute Figur in ihrem langen pinkfarbenen Abendkleid, den passenden Handschuhen bis über die Ellbogen und dem pinken Federschmuck, mit dem die lange blonde Mähne zusammengebunden ist.

Eine Crossover-Musikshow mit Entertainer Dirk Elfgen, Rockabilly mit der Band „Rockameier“ aus Moers und zu später Stunde melancholischer Deutschpop von „Und Wieder Oktober“: Die Kultur-Roadtour an der Gommanschen Mühle sorgt für acht Stunden Entertainment unter freiem Himmel.

(jas)