Xanten: Die Karthaus wird saniert

Xanten: Die Karthaus wird saniert

Mit 3,5 Millionen Euro wird die Sanierung der Karthaus kalkuliert. Beim Ortstermin verständigten sich die Fraktionen auf den Sanierungsbeginn noch in diesem Jahr. Im Baudenkmal sollen Gästezimmer entstehen.

Das Dach ist hin, der markante Treppenturm wurde bereits von der Baupolizei gesperrt. Am Sanierungsstau in der geschichts-trächtigen Immobilie, die gleichzeitig das Bild der Stadt prägt, konnten die Fraktionsvertreter nicht mehr vorbei sehen.

Stadtplaner und die DBX-Architektin Astrid Fischer erläuterten den Fraktionsvertretern mit Bürgermeister Christian Strunk erste Entwürfe zur Sanierungsplanung und zur anschließenden wirtschaftlichen Nutzung des Baudenkmals.

Die Aufgabenstellung: Die Gaststätte "Einstein" im Erdgeschoss soll nicht nur bewahrt bleiben, sondern im Küchentrakt und um ein Kühlhaus erweitert werden (Wunsch der Gastronomen). Die räumlichen Möglichkeiten ergeben sich, wenn zum Jahresende die Erziehungsberatungsstelle des Kreises ausgezogen ist. Möglich ist auch die Einrichtung eines Ladenlokals im Erdgeschoss des Teils, in dem jetzt Räume der Beratungsstelle sind.

Im ersten Obergeschoss sollen zehn Gästezimmer (zehn bis 19 Quadratmeter groß) entstehen, im zweiten Obergeschoss noch einmal neun oder zehn Gästezimmer. Nach Auskunft der Tourist Information (TIX) fehlen in Xanten Gästezimmer. Im Dachgeschoss ist Platz für zwei Suiten. Die Vermietung soll der TIX übertragen werden.

Im Gegenzug will die Stadt ihren jährlichen Zuschuss an die TIX reduzieren. Alternativ sind auch Büros im Gespräch; allerdings wird der Markt dafür in Xanten als schwierig eingeschätzt. Mietwohnungen werden ausgeschlossen, weil hier Konflikte mit der Gaststättennutzung im Erdgeschoss programmiert seien.

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Baubeginn: Wenn der Rat am 11. Mai die entsprechenden Beschlüsse gefasst hat, sollen die Bauarbeiten nach den Sommerferien beginnen. Angefangen wird nach aktuellem Kenntnisstand mit dem Dach. Der Dachstuhl ist noch zu retten, das Dach selber nicht mehr. Mit der Sanierung soll das Dach Gauben und somit sein ursprüngliches Aussehen zurückerhalten. Die Gauben wurden in der Vergangenheit aus Kostengründen unbemerkt entfernt.

Wenn die Sanierung planmäßig verläuft, sind die Arbeiten Ende 2012 abgeschlossen. Vor dem Winter sollen die "einfachen Gewerke" fertiggestellt sein, um mit dem Innenausbau beginnen zu können.

Finanzierung: Die Stadt hat im vergangenen Jahr fristgerecht einen Antrag auf Denkmalschutzmittel des Landes gestellt, aber für 2011 eine Absage erhalten. Jetzt wird mit der KfW-Bank über ein zinsgünstiges Darlehen (Abschreibung: 50 Jahre) verhandelt.

Im städtischen Haushalt stehen für dieses Jahr 1,4 Mio. Euro zur Verfügung sowie eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 700 000 Euro. Die Planer gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr die bereitgestellten Etatmittel nicht verbauen können.

(RP)
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