Die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck will sich gegen Gewalt stark machen

Schule gegen Rassismus : Initiative gegen Gewalt und Rassismus

An der Gesamtschule Xanten-Sonsbeck hat eine Mehrheit der Schüler und Lehrer eine Selbstverpflichtung unterschrieben, wonach sie sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt einsetzen wollen.

Die Gesamtschule Xanten-Sonsbeck ist am Freitag als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. Damit verpflichtet sie sich, dass sie ein couragiertes und respektvolles Zusammenleben fördern möchte. „Wir sind stolz auf diese Auszeichnung“, sagte Schulleiter Frank Pieper. Der Titel sei als Auftrag zu verstehen, erklärte Sedighe Leusch vom Kreis Wesel. „Die eigentliche Arbeit geht erst los.“ Leusch koordiniert das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Kreis Wesel. Kreisweit ist die Gesamtschule die 15. Schule mit diesem Titel.

Um die Auszeichnung zu erhalten, hatten mindestens 75 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter eine Selbstverpflichtung unterschreiben müssen. An der Gesamtschule waren es sogar mehr als 80 Prozent, wie Lehrerin Nadine Burghaus sagte. Die Unterzeichner wollen sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Gewalt einsetzen. Sollte trotzdem so etwas vorkommen, „wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten“, steht in der Selbstverpflichtung. Im Forum der Gesamtschule hingen am Freitag Plakate, auf denen stand: „Null Toleranz gegenüber Gewalt“.

Burghaus leitet eine Arbeitsgruppe (AG), in der sich Schüler gegen Diskriminierung und Rassismus an der Gesamtschule einsetzen wollen. Etwa zehn Jugendliche aus allen Klassenstufen beteiligten sich, sagte die Lehrerin. Die Mädchen und Jungen bereiteten Projekte für die nächsten Monate vor, um ihre Mitschüler weiter über diese Themen aufzuklären. Die Unterschriften für die Auszeichnung seien im vergangenen Schuljahr gesammelt worden. Den Jugendlichen sei vorher erklärt worden, worum es gehe.

Die Gesamtschule erhält die Auszeichnung knapp vier Wochen nach einer Schlägerei unter zwei Schülern. Einer der beiden Jugendlichen wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Pieper äußerte sich auch am Freitag öffentlich dazu nicht. Es gehe an diesem Tag nur um die Auszeichnung, sagte er. Burghaus versicherte, dass ihre Kollegen in den Klassen über den Vorfall gesprochen hätten. Dabei sei auch thematisiert worden, dass die Schlägerei von mindestens einem anderen Schüler gefilmt wurde. Gewalt werde an der Gesamtschule nicht akzeptiert, sagte Burghaus.

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