Xanten: Die alte Dorfschule gehört nun ganz offiziell den Ginderichern

Xanten : Die alte Dorfschule gehört nun ganz offiziell den Ginderichern

Die Gindericher haben Grund zu feiern. Am Freitagabend hat Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp den engagierten Bürgern rund um Herbert Wesely ihre Dorfschule offiziell übergeben. Viele Interessierte vom Kind bis zum Senior hatten sich dazu in dem verwinkelten Schulgebäude versammelt.

Für die passende Musik sorgte der Gindericher Chor Harmonie mit Keyboard und Gesang. Sein Eröffnungsstück "Farbigkeit steckt an" handelte von bunter Vielfalt, "die nun auch in dieser Schule herrschen soll", wie Chor-Vorsitzender Reinhard Schmitz erläuterte. Die Gindericher sind stolz auf ihr Projekt Dorfschule, was Bürgermeisterin Westkamp nicht entging: "Ich freue mich über das zahlreiche Erscheinen. Das kann ja nur ein gutes Omen sein."

Sie sei fest davon überzeugt, dass das Projekt "Ein Dorf macht Schule - und alle machen mit" trotz des derzeit durch die neue Bundesregierung ausgesetzten Fördererlasses ein voller Erfolg wird. "Ältere Menschen können ihre Erfahrungen weitergeben, zum Beispiel beim Kurs "Kochen wie bei Oma", aber auch von jüngeren Menschen bei Computer-Schulungen profitieren. Mit diesem Projekt zeigen Sie eins: Ginderich bricht in die Zukunft auf."

Herbert Wesely, Vorsitzender des Vereins "Dorfschule Ginderich", bedankte sich bei der Stadt für die "gute Zusammenarbeit, die Förderung und Unterstützung" seines Herzensprojekts. Vom ersten Tag an waren alle ehrenamtlich und mit Tatendrang bei der Sache, reparierten und räumten auf - oft bis zu 14 Stunden täglich.

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Doch es hat sich gelohnt: Mittlerweile kann die Schule erste Mieter verzeichnen. Der Kreissportbund belegt ein Büro im oberen Stockwerk, die anderen Räume werden an Vereine vermietet.

Das inhaltliche Angebot ist breit gefächert: Vom Westerntanz über Plattspräker bis hin zu Eltern-Kind-Angeboten ist alles dabei. Der Bedarf in Ginderich und Umgebung ist da, wie Herbert Wesely augenzwinkernd betonte: "Es kommen sogar Leute aus Büderich."

Heinrich Henrichs, Vorsitzender des Kirchenchors und des Wallfahrtsausschusses, überreichte dem Vorsitzenden Wesely ein Hufeisen aus der alten Gindericher Schmiede: "Als Zeichen für Glück und gutes Gelingen. Ich war früher jeden Tag mit meinem Großvater in der Schmiede."

In der Schule stellen die "Bildwanderer" Richie Schwarz und Manfred Roeßing aus Dinslaken nun auch ihre Fotografien von verlassenen Orten im Dorf aus - unter anderem eben auch von der alten Schmiede. Dazu können die Bürger nun ihre Geschichten einreichen, die sie mit den Lokalitäten verbinden - um Erinnerungen zu schaffen. Herbert Wesely betonte: "Einige der abgebildeten Plätze gibt es schon nicht mehr, sie wurden bereits abgerissen."

(MH)