Sonsbeck: Der Verkehr mitten in Sonsbeck bleibt politisch ein Reizthema

Sonsbeck: Der Verkehr mitten in Sonsbeck bleibt politisch ein Reizthema

Die SPD fordert Ausdehnung der Tempo-30-Zone auf der Hochstraße und eine Umleitung für Lkw. Doch die Mehrheit bleibt skeptisch.

Auch drei Jahre nach dem Gutachten über die Verkehrssituation auf der Hochstraße kehrt politisch keine Ruhe ein. Der Rat hatte zwar damals für einen Teil der viel befahrenen Durchgangsstraße eine Verkehrsberuhigung beschlossen, aber eben nur für einen kurzen Abschnitt. Dort gilt Tempo 30. Viel zu wenig, meint die SPD und will nun das Paket noch mal aufschnüren.

Den Sozialdemokraten geht's nicht nur um eine Geschwindigkeitsreduzierung auf einem längeren Abschnitt, sondern zudem darum, Schwerlastverkehr möglichst aus dem Ortskern heraushalten. Ihre Forderungen: Ausweitung der Tempo-30-Zone bis zum Netto-Markt und eine Lkw-Umleitung. Bei beiden Punkten zeichnete sich im Verkehrsausschuss mehrheitlich Skepsis ab. Die Anträge wurden abgelehnt beziehungsweise vertagt, um in der Sache auch Polizei mal zu hören. Als nächstes Gremium wird sich der Hauptausschuss am 27. Februar damit beschäftigen.

SPD-Mann Frank Götteng hatte darauf hingewiesen, dass demografischer Wandel und ständig höheres Auroaufkommen Gegenmaßnahmen erforderten. Bei Tempo 30 würde der Verkehr besser fließen, weniger Lärm erzeugen und es sei sicherer, argumentierte er. Eine Tempodrosselung auf Landstraßen sei möglich, insbesondere um "die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern" zu erhöhen, erläuterte Fraktionschefin Christa Weidinger. "Im Bereich der alten Post sowie im Kreuzungsbereich Hochstraße/An der Stau überqueren zahlreiche Grundschüler die Hochstraße. Eine Sicherung der Übergänge durch Verkehrshelfer ist dauerhaft nicht zu gewährleisten."

Zudem würden nachmittags viele Gesamtschüler an einer ungesicherten Haltestelle auf den Bus warten. Claus-Dieter Klentze von der FDP sah dies genauso. "Sicherheit geht vor." Ähnlich äußerte sich Lukas Aster von den Grünen. Ortsansässige hätten sich an die Verkehrssituation gewöhnt, doch viele Autofahrer seien ortsfremd.

Bürgermeister Heiko Schmidt verwies darauf, dass es in Sonsbeck keine Abschnitte mit besonderer Unfallhäufigkeit gebe, "auch nicht auf der Hochstraße". Diese sei keine Gemeinde-, sondern eine Landstraße. "Sonst wäre alles leichter." Der Gutachter habe seinerzeit betont, dass Tempo 30 in der Nähe der Querungshilfe gelten solle. Dadurch, so Schmidt, seien Autofahrer in dem Abschnitt aufmerksamer und langsamer unterwegs. "Das berichten mir auch Anlieger der Geschäfte." Er schlug vor, die Polizei zu Verkehrsaufkommen und zu den Radarkontrollen auf der Hochstraße zu hören.

Die Zahl der Lastwagen werde zunehmen, wenn die Maut für alle Bundesstraßen komme, befürchtet Aster. Dann würden noch mehr Lkw auf andere Straßen ausweichen. Das Gutachten empfiehlt zwar grundsätzlich eine Umleitung um den Ortskern - doch nur in Zusammenhang mit anderen Maßnahmen wie eine neue Strecke. Für die wiederum ist das Land zuständig. "Wir brauchen erst eine vernünftige Infrastruktur," betonte Schmidt.

Schon vor 40 Jahren habe sich die Gemeinde nach Klage eines Unternehmens eine Rüge eingehandelt, weil sie Lkw ums Zentrum herumleiten wollte. "Wir mussten die Beschilderung zurücknehmen." Die Wildpassstraße sei zu eng für Laster.

(kump)