Xanten: Der Radweg ist das Ziel

Xanten: Der Radweg ist das Ziel

Frost und Regen sind keine Hindernisse für die Arbeiten am Alleenradweg. Seit 3. Januar ist die Firma Scholten auf der alten Bahntrasse zwischen Xanten und Kalkar beschäftigt. 40 000 Tonnen Schotter werden aufbereitet.

In diesen Tagen kommt Helmut Scholten viel herum. In Marienbaum, Birten, Wardt, Labbeck stehen Bauaufträge an. Das milde Wetter erlaubt ein Fortkommen nach der frost- und schneebedingten Pause. Die Arbeiten am Alleenradweg sind allerdings wetterunabhängig, berichtet der Chef der Helmut Scholten GmbH. Seit 3. Januar ist das Xantener Unternehmen denn auch mit der Ausführung beschäftigt. In Nachbarschaft zum alten Marienbaumer Bahnhof hat die Firma ein Baulager aufgeschlagen: ein Bürocontainer, Bagger, haufenweise Schotter, Kies und anderes Material. Es ist jedoch nicht für den Alleenradweg, sondern für den Straßenbau im Neubaugebiet Op de Ramp bestimmt. Das Material für den Alleenradweg ist ja zum großen Teil schon vorhanden: Schotter bester Qualität, einen halben Meter dick auf der alten Bahntrasse aufgetragen, darunter eine Kiesschicht. Ein Glücksfall, denn hätte man das alles erst besorgen und verbauen müssen, und sei nur in der üblichen Stärke von 15 Zentimetern Schotter – "Der Weg wäre um ein Vielfaches teurer, das könnte niemand bezahlen", sagt Scholten.

Allerdings muss das vorhandene Material aufgearbeitet werden. Gräser und Sträucher wuchern auf der alten Bahntrasse. Das biologische Material wird mit Baggern aus dem Schotter herausgerissen, die Reste später von Hand aussortiert. Auch kleine Bäume mussten schon gefällt werden. Dann wird der Schotter gesiebt: Steine, die größer als 55 Millimeter sind, werden aussortiert, das sei für die Qualität des Wegs wichtig. Abschließend wird der Unterbau verdichtet – gewalzt – und irgendwann mit einer Asphaltdecke versehen. Dafür ist dann allerdings doch etwas besseres Wetter nötig: Trocken muss es sein, und mindestens fünf Grad warm. Auch die ausgesiebten größeren Steine werden übrigens genutzt: Sie bilden später die Bankette, die Seitenstreifen neben dem drei Meter breiten Asphaltweg. Die Steine speichern die Sonnenwärme und dienen Eidechsen und anderem Getier als "Sonnenbank". In zwei Richtungen arbeitet sich die Firma Scholten von Marienbaum aus vor: einerseits Richtung Kalkar, andererseits Richtung Xanten. Die Hälfte der 7,5 Kilometer langen Gesamtstrecke des Radwergs von Kalkar bis zum Xantener Bahnhof – und damit rund 20 000 von insgesamt 40 000 Tonnen Schotter – werde heute oder morgen aufgearbeitet sein, berichtet Helmut Scholten. Dass es in diesem Stadium immer noch Leute gibt, die von einem Verzicht auf den Alleenradweg sprechen, quittiert er mit einem Kopfschütteln: "Das ist, als würde man eine neue Hose kaufen und sie dann wegwerfen."

Fertigstellung im Herbst

Im Oktober sollen die ersten Radler die Fahrt auf dem Alleenradweg genießen. "Wir versuchen, früher fertig zu sein, und werden früher fertig sein", meint Seniorchef Karl-Heinz-Scholten. Allerdings gibt es neben dem Aufbereiten der Trasse viel zu tun. So werden vom Alleenradweg Richtung B57 einige Stichwege (u.a. Steingenweg und Düsterfeld) ausgebaut: Die heutigen Feldwege ("Da kommt man jetzt kaum mit dem Auto durch", so Helmut Scholten) müssen befestigt und asphaltiert werden. Nach Xanten hin ist unter anderem eine "Bachverrohrung" fällig, und möglicherweise müsse man sich noch mit dem Energieversorger RWE abstimmen, der parallel zum Alleenradweg eine Leitung verlegen wolle.

(RP)
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