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Der neuen Aussichtsturm in Sonsbeck kann von sofort an bestiegen werden

Touristische Attraktion am Niederrhein : Gute Aussichten in Sonsbeck

Sonsbeck hat den neuen Aussichtsturm freigegeben. Die Nachricht verkündete die Verwaltung im Gemeinderat. Außerdem legte sie den Entwurf für den Haushalt vor. Die wichtigste Botschaft: Die Steuern sollen stabil bleiben.

In der letzten Ratssitzung des Jahres in Sonsbeck hat Fachbereichsleiter Georg Schnitzler am Dienstagabend eine Nachricht verkündet, auf die nicht nur viele Sonsbecker Bürger schon lange gewartet hatten: „Die Fertigstellung des Aussichtsturms und die Umfeldgestaltung sind abgeschlossen. Ab Mittwoch ist der Turm begehbar.“ Wer den 26 Meter hohen Turm auf dem Dürsberg besteigen will, sollte allerdings zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Ort des Geschehens kommen. Schnitzler: „Eine Anfahrt mit dem Pkw ist nicht möglich, das entspricht nicht unserer Intention. Vielleicht gibt es aber im kommenden Jahr eine große Party zur Eröffnung.“

Ob bei dieser Party Sekt oder Selters ausgeschenkt wird, hängt auch von der Entwicklung der kommunalen Haushaltslage ab. Eine leichte Tendenz in Richtung Schaumwein ließ sich aus den Worten von Bürgermeister Heiko Schmidt aber ableiten: „Corona hat sich auf unseren Haushalt nicht so schlimm ausgewirkt, wie wir es befürchten mussten.“ Alles in allem schlugen durch Corona bedingte Einnahmeverluste und Ausgaben mit rund 763.000 Euro zu Buche. Insgesamt rechnet Kämmerer Willi Tenhagen beim Abschluss für das laufende Haushaltsjahr mit einer Verbesserung von etwa drei Millionen Euro. Ein Grund dafür ist, dass die Gewerbesteuereinnahmen sich entgegen aller Prognosen um 1,2 Millionen Euro erhöht haben.

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Für das kommende Jahr plant die Gemeinde laut Schmidt mit „einem überschaubaren Fehlbetrag von 465.000 Euro“. Aufhorchen lässt das Vorhaben, die Hebesätze für die kommunalen Steuern trotz pandemie-bedingter Turbulenzen auf bisherigem Niveau zu halten. Das ist deshalb bemerkenswert, da die fiktiven Hebesätze, die den Kommunen einen Rahmen vorgeben, insgesamt weiter nach oben gehen. Ein Urteil vom Verfassungsgericht, wonach kreisfreie Städte und kreisangehörige Kommunen differenziert betrachtet werden müssen, hilft den Sonsbeckern nur bedingt. „Das spielt uns zwar deutlich in die Karten, weil es sich der realen Finanzkraft der Kommunen nähert. Dennoch steigen die fiktiven Hebesätze weiter an. Bleiben wir unter dem fiktiven Hebesatz, nehmen wir in Kauf, weniger Schlüsselzuweisungen zu bekommen“, so Schmidt. Gut 200.000 Euro kostet es die Gemeinde, den Bürgern nicht tiefer in die Taschen zu greifen.

Was auf den ersten Blick wie ein wirtschaftliches Eigentor wirkt, könnte die Gemeinde mittelfristig auf die Gewinnerstraße bringen. Während andere Kommunen an der Gewerbesteuerschraube drehen, entwickelt sich Sonsbeck allmählich zum Honigtöpfchen für Unternehmer. Schmidt: „Man kann sagen, dass wir es unseren Gewerbebetrieben maximal interessant machen wollen, Sonsbeck als Standort beizubehalten, und das danken sie uns spürbar.“ Einen ähnlichen Weg schlägt die Gemeinde bei der Grundsteuer ein. „Wir sorgen nicht nur durch eine gute Infrastruktur für hohe Wohnqualität, wir machen es auch für alle erschwinglich“, sagt Schmidt.

Ein Blick auf den Ergebnisplan macht deutlich, dass sich Sonsbeck auf dem richtigen Weg befindet. „Die Gemeinde bleibt mittelfristig gut in der Lage, ihren Haushalt aus der Ausgleichsrücklage zu decken. 2023 wären wir beinahe wieder ausgeglichen“, erläuterte der Verwaltungschef. Auch was die liquiden Mittel angeht, sei man für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Einen kleinen Wermutstropfen musste Schmidt aber in den Schaumwein geben: „Unser Erspartes liegt auf Konten, die inzwischen Negativzinsen kosten.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sonsbecks neuer Aussichtsturm ist freigegeben

(erko)