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Blühendes Konzept für den Kurpark: Der Kurpark wird zum Staudengarten

Blühendes Konzept für den Kurpark : Der Kurpark wird zum Staudengarten

Xantens Millionenprojekt soll nicht nur mit Gradierwerk, Kneipp-Becken sowie verschiedenen Spiel- und Bewegungsflächen aufwarten, sondern auch mit einer Blütenpracht. Dazu werden seit gestern 45.000 Stauden gepflanzt. Entworfen hat das Konzept der Münchener Staudenexperte Heiner Luz.

Es wird grün im Kurpark. Seit gestern gibt es im Südwall Geranium. Und Doldenblütler. An anderer Stelle steht nun Sedum, vielen als Fette Henne bekannt. "Wir pflanzen insgesamt 45.000 Stauden in den Wallanlagen", sagt Katja Schreiber und ergänzt: "Bis zum Siegfriedspektakel im Mai soll die erste Pflanzaktion beendet sein. Die zweite folgt im Herbst. Dann werden weitere 115.000 Blumenzwiebeln zwischen die Stauden gesetzt."

 Im Herbst werden zusätzlich noch 115.000 Blumenzwiebeln gepflanzt, die ersten Frühjahrsblüher, rote Tulpen, sind derweil im Bibelgarten zu sehen.
Im Herbst werden zusätzlich noch 115.000 Blumenzwiebeln gepflanzt, die ersten Frühjahrsblüher, rote Tulpen, sind derweil im Bibelgarten zu sehen. Foto: Ostermann/Lörcks

Katja Schreiber ist Landschaftsarchitektin bei der Planergruppe Oberhausen, die für und mit der Stadt Xanten die Kurpark-Planung macht. Für das Blumenkonzept ist allerdings Heiner Luz verantwortlich. Der Münchener ist ausgewiesener Staudenexperte, hat zuletzt große Projekte in Polen und Schweden realisiert und war zudem für einige Landes- und Bundesgartenschauen tätig.

Dass sich nun so eine kleine Stadt wie Xanten einen "so tollen Park leistet", findet er beachtlich. "Sehenswerte Staudengärten findet man normalerweise nur in München oder in den Schaugärten im Land", sagt Luz. Ab 2018, spätestens 2019 nun auch im Kurpark in Xanten. Neben dem Gradierwerk mit Kneippbecken und den verschiedenen Spiel- und Bewegungsflächen sollen dort auch die Stauden für Aufenthaltsqualität im Kurpark sorgen.

Das sehen die Planungen von Anfang an vor. Lux freut sich besonders über die 1145 Quadratmeter große "Pfingstrosen-Phlox-Wiese" an der Orkstraße: "Mit diesem Wandelweg geht ein langersehnter Traum in Erfüllung."

Das Konzept des Münchener Landschaftsarchitekten sieht an den Ein- und Ausgängen verschiedene Wiesen und Säume vor. So wird es vom Rathaus zum Ostwall hin eine Salbei-Aster-Wiese geben, am Eingang des Nordwalls entsteht eine Coreopis-Rudbeckia-Wiese.

"Es entstehen Pflanzengesellschaften, das schafft Identität. Zukünftig treffen sich die Xantener nicht mehr an den Treppen, sondern an der Pfingstrosenwiese", sagt Luz, dem es zudem wichtig ist, dass das jeweilige Feld farblich aufeinander abgestimmt ist und dass dort immer etwas blüht. "Wenn die Pfingstrosen verblüht sind, fängt der Phlox an", so Luz.

45.000 Stauden und 115.000 Frühjahrsblüher - das kostet. Etwas mehr als 77.000 Euro, um genau zu sein. Und das muss alles gepflegt werden. Luz macht allerdings darauf aufmerksam, dass es sich bei den Stauden um pflegeextensive Exemplare handelt: "Doch auch diese müssen einmal im Jahr geschnitten werden." In der ersten Zeit übernimmt das die bauausführende Firma Berg.

"Das gehört zur Anwachspflege", sagt Niklas Franke, Technischer Dezernent der Stadt Xanten. Nach zwei Jahren werden die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebes die Pflege übernehmen. "Unser Landschaftsgärtner Christian Schmitz ist von Anfang an in den Planungen und Pflanzungen involviert. Uns ist natürlich auch klar, dass die Pflegearbeiten eher mehr als weniger werden."

(jul)