Der Geo-Wanderweg und der Findlingsweg in Sonsbeck laden zur Herbstwanderung ein

Wir wandern wieder: Goldene Wanderung durch den Sonsbecker Herbst

Zum Ferienstart gibt es eine neue Route der RP-Wanderserie. Der Sonsbecker Geo-Wanderweg und der Findlingsweg sind perfekt für den Ausklang der Spätsommer-Idylle - und zudem sehr lehrreich.

Die Sonne steht tief, die Bäume leuchten im warmen Orange-Rot: Der goldene Herbst verwöhnt uns dieses Jahr mit einem schillernden Sommer-Comeback. Perfektes Wetter also, um am Wochenende die Gegend zu erkunden. Eine schöne Route bietet der geologische Wanderweg in Sonsbeck. Dieser wurde vor sechs Jahren durch den Findlingsweg auf einen 4,1 Kilometer langen Marsch erweitert.

Startpunkt ist der Römerturm am Dassendaler Weg 14. Parkmöglichkeiten sind rar, doch irgendwo lässt sich ein am Straßenrand Platz für das Auto auffinden. Ansonsten ist die Strecke auch schön mit dem Fahrrad zu erreichen. Gefährt geparkt, festes Schuhwerk an und los geht es Richtung Norden. Vom Römerturm bis zum Aussichtsturm am Dürsberg sind es rund 1,5 Kilometer bei stetiger Steigung. Entlang des Weges sind sechs Stationen über die geologische Entstehung der Niederrheinischen Bucht aufgestellt.

Wandern für Körper und Geist also. Denn wer hätte es gedacht, vor Millionen Jahren war hier zu Ort noch tropischer Urwald. Später entstanden durch den Austritt der Eiszeit 100 Meter dicke Eisschichten. Diese drückten den kiesigen Boden so weit vor sich her, dass er in Sonsbeck aufgestaut wurde und so genannte Stauchendmoränen entstanden. Die Sonsbecker Schweiz war geboren. Die ganze erdgeschichtliche Entstehung ist auf diesem Pfad Schritt für Schritt auf Text- und Bildtafeln bis hin zum Dürsberg erklärt.

Foto: Julia Weise
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Zurück im hier und jetzt erstreckt sich der Geo-Wanderweg über dem Bögelscher Weg mit leichter Steigung auf Asphalt. Umringt von Natur pur – rechts ein Acker, links ein Wald – ist ein Ausflug durch die Sonsbecker Schweiz perfekt, um den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Man passiert einen Bauernhof mit Ziegen, Hühnern und Ponys. Parkbankbuchten laden zu Verschnaufpausen ein und Esskastanien und Eicheln liegen überall zum Aufsammeln bereit. Die Aussicht bei strahlend blauem Himmel und wärmender Herbstsonne reicht in der Höhe sogar bis zum Xantener Dom. Nur noch besser ist der Blick vom Aussichtsturm auf dem Dürsberg. Doch dieser ist seit drei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der geplante Neubau lässt noch auf sich warten - schön anzusehen ist er trotzdem.

Weiter also über den Bögelscher Weg, wird man in eine Linkskurve geleitet, die auf den Dassendaler Weg führt. Von dort aus zurück Richtung Süden ist es nicht mehr weit bis zum Findlingsweg. Der Findlingsweg ist eine neu angelegte Allee mit Kieselsteingrund. Der grau-bläuliche Weg schlängelt sich vorbei an einem Rübenfeld mit Windrädern in der Ferne. Knallrote Hagebuttensträuche und Pusteblumen-Wiesen tragen zur herbstlichen Stimmung bei. Beliebt ist dieser Pfad auch bei einigen Hundebesitzern. Doch das eigentliche Highlight des Findlingswegs sind die Findlinge selbst. Sie sind die „Überreste“ der Eiszeit und wurden damals auf Eisschollen treibend aus Skandinavien her bis an den Niederrhein gespült. Elf verschiedene Gesteinsarten sind alle paar Meter abwechselnd links und rechts entlang des Weges mit Info-Tafeln aufgestellt.

Vom Findlingsweg geht es geradewegs über die Turmstraße, links in den Dassendaler Weg bis zum Römerturm zurück, wo der Rundwanderweg schließlich wieder endet. Wem diese Tour gefällt und wer auch mal sportlich, anstatt nur gemütlich unterwegs ist, der darf gerne aufs Rad steigen und weitermachen! Denn der Sonsbecker Geo-Wanderweg ist Startpunkt der Geo-Route Lippe. Diese ist als Radwanderroute angelegt und erstreckt sich mit 100 Geostopps auf 310 Kilometern bis Ahlen. Er kann aber auch zu Teilen gemütlich zu Fuß entlang der Lippe abgewandert werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die schönsten Eindrücke des Sonsbecker Geo-Wanderwegs und Findlingswegs

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