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Der Bau des neuen Aussichtsturms in Sonsbeck rückt näher

Tourismus in Sonsbecker Schweiz : Die Mehrheit will den neuen Aussichtsturm

Der Bauantrag für die Sonsbecker Landmarke wird in Kürze gestellt. Dann sollen die Aufträge ausgeschrieben werden. Dafür müssen die Mittel im Haushalt freigegeben werden. Die Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss stimmte dafür.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit Mehrheit die Mittel für den Neubau des Aussichtsturms beschlossen. Der Entscheidung ging eine rege, teils kontroverse Debatte voraus.

Fachbereichsleiter Georg Schnitzler führte zunächst aus, dass die entsprechenden Ausschreibungen inzwischen erfolgt und die Planungen so weit gediehen seien, dass entsprechende Genehmigungspläne erarbeitet werden konnten. Der Antrag, den alten Turm, der nicht mehr gefahrlos begehbar und nicht mehr sanierungsfähig war, sei ebenfalls gestellt worden. In Kürze werde der Bauantrag eingereicht. So könnten dann die Leistungen für die Errichtung des neuen Turmes ausgeschrieben werden. Daher müsste das im Haushalt zur Verfügung stehende Geld freigegeben werden.

Die Gesamtkosten für den neuen Aussichtsturm als Landmarke für die grüne Perle beliefen sich auf exakt 927.797,12 Euro, sagte Fachbereichsleiter Schnitzler. Das rief Widerspruch hervor. „Summen in dieser Größenordnung sind aktuell nicht zu verantworten. Schließlich beträgt der Gemeindeanteil rund 400.000 Euro“, positionierte sich Jürgen Kühne für die FDP unzweifelhaft gegen den Bau.

Ähnlich sahen das der Grüne Eckhard Bollmann und die Vertreter der freien Wählergemeinschaft B.I.S. Man werde nicht die kommunalen Aufgaben im Kampf gegen die Pandemie, ihre erheblichen finanziellen Folgen für den Sonsbecker Haushalt und den neuen Turm gleichzeitig stemmen können, so Bollmann. Er zweifle, ob diese Investition angesichts der bevorstehenden signifikanten Gewerbesteuerausfälle das richtige Signal sei. Dieses Geld wäre im Klima- und Umweltschutz besser eingesetzt, so der Grünen-Politiker weiter. Bollmanns Appell lautete: „Wir sollten alle zu Hause noch mal überlegen, ob wir diesen Schritt in die Verbindlichkeiten gehen.“ In der schwierigen Corona-Phase sei der neue Turm „ein Luxus“, meinte auch Horst Gehrke (B.I.S.).

CDU-Fraktionschef Josef Elsemann allerdings war da ganz anderer Auffassung: „Wir wollen ihn haben, um Sonsbeck und die Region attraktiver zu gestalten“, war seine klare Ansage. Der Turm sei ein bei Sonsbeckern und Besuchern „heiß begehrtes Objekt“. Die SPD habe das Projekt bisher gestützt und werde das jetzige Konzept „noch“ mittragen, meinte Robert Peters. Der touristische Nutzen sei langfristig höher als die aktuellen Kosten.

Am Ende stimmten die CDU und SPD dafür, Grüne, FDP und B.I.S. dagegen. Ulrike Schneider-Dode (SPD) enthielt sich. Der Rat hat am Dienstag, 9. Juni, das letzte Wort.