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Xanten: Der Bagger nagt am zweiten Pfeiler

Xanten : Der Bagger nagt am zweiten Pfeiler

Ein Ponton verbindet jetzt das Büdericher Rheinufer mit dem verbliebenen Pfeiler der alten Weseler Rheinbrücke. Er trägt Baumaschinen für den Abbruch, dessen Methode eine Premiere ist. Bis Oktober soll das Werk geschafft sein.

Der Bau der neuen Weseler Rheinbrücke hat längst Geschichte geschrieben, der Abriss der alten tut es ihr nach. Der spektakulären Demontage der Fahrbahn und des Stahlfachwerks vor einigen Jahren ist das für die Schifffahrt so wichtige Entfernen der Strompfeiler gefolgt. Die Operation kommt nun in seine Endphase. Im April ist eine Pontonkonstruktion errichtet worden, die jetzt das linke Rheinufer mit dem verbliebenen Pfeiler verbindet. Im Gegensatz zum rechtsrheinischen Bruder, der mit einem Spundwandkasten sowie einer aufwendigen Dalbenkonstruktion zum Schutz der Baustelle umgeben worden war, wird jetzt im Nass gearbeitet. Das heißt, dass vom Ponton aus ein Bagger den Pfeiler abgeknabbert.

Auch das ist wieder eine Premiere für die Ingenieure des Landesbetriebs Straßen NRW, die bis Oktober fertig werden wollen. Der Abriss des ersten Pfeilers hatte gut zwei Jahre gedauert und einen zweistelligen Millionen-Betrag gekostet. Nun will man mit vier Millionen Euro auskommen. Wie zu erwarten war, unterliegt das Projekt Pfeiler II den wechselnden Wasserständen des Rheins.

Wie Günther Berkels vom Landesbetrieb erklärt, würde ein wenig mehr Wasser im Rhein gerade jetzt dem Projekt guttun. Dann käme der Abbruchhammer des Baggers mehr von oben und damit in einem günstigeren Winkel zum Einsatz. "So verpufft viel Energie", sagt Berkels. Auch liefen die Schwimmkörper der Plattform nicht Gefahr, aufzusetzen und beschädigt zu werden.

Die etwa 50 Meter lange Konstruktion muss ganz schön was tragen können. Allein 70 Tonnen bringt der große Bagger auf die Waage. Ein zweiter steht bereit, um den Schutt auf einen Muldenkipper zum Abtransport zu verladen. Zum Lernprozess bei der Arbeit gehört übrigens, dass schon mal Brocken in den Fluss fallen. Die gilt es flugs wieder rauszufischen. Unter anderem könnten sie unter den Ponton rollen und dort für Ärger sorgen.

Günther Berkels schätzt, dass über der Wasserlinie etwa 15 bis 17 Meter Pfeiler herausragen, ferner fünf bis sieben Meter Material darunter abgeräumt werden müssen - zwei Meter davon liegen voraussichtlich unter der Rheinsohle. "Das wird noch spannend, wie es unter Wasser geht", sagt Berkels. Da dürften Taucher nötig sein, um den metallenen Senkkasten mit Schneidbrennern zu zerlegen.

Für die Arbeiten oberhalb der Wasserlinie sind Mitarbeiter der Firma Beissner aus Varlosen in Niedersachsen zuständig, darunter ist dann das Unternehmen Jaeger aus Bernburg in Sachsen-Anhalt am Zug. Wenngleich der Pfeiler im kaum genutzten Innenbogen des Rheins liegt, wird die Schifffahrt im großen Bogen um die Baustelle herumgeleitet.

(fws)