Xanten: Der APX forstet auf

Xanten: Der APX forstet auf

Ein beispielhaftes Aufforstungsprogramm im Archäologischen Park Xanten zeichnet den Straßenverlauf in der antiken Colonia nach. 280 Linden wurden bereits gepflanzt, 174 sollen im nächsten Jahr folgen.

Offiziell war der Straßenbereich Trajanstraße / Erprather Weg bislang "nur" für den Bau des Alleenradweges gesperrt. Doch auch jetzt, da der Radweg in diesem Bereich fertiggestellt ist, wird es kein Durchkommen mehr geben. Der Rat hat in der vergangenen Woche den sogenannten Straßeneinzug offiziell beschlossen.

Angrenzend an diesen Bereich soll einmal ein Parkplatz für die neue Verwaltung des Archäologischen Parks und das geplante Entdeckerforum geben. Und damit Autofahrer nicht quer durchs Wohngebiet über den Erprather Weg ihren Weg nehmen, ist mit der Sperrung bereits jetzt ein entsprechender Schlussstrich gezogen worden. Damit wächst zusammen, was einmal zusammengehörte.

Orwatersweg wird zurückgebaut

Ohnehin sind bereits der Orwatersweg, die Trajanstraße von der APX-Verwaltung bis zur Siegfriedstraße und die Siegfriedstraße von der Trajanstraße bis zur alten Bundesstraße dem Archäologischen Park zugeschlagen worden. Sie alle sollen in den nächsten Jahren zurückgebaut werden. Für den Orwatersweg, so Bürgermeister Strunk, sei das bereits in den nächsten Monaten geplant.

Bauforscher und APX-Architekt Dr. Peter Kienzle begleitet die APX-Entwicklung seit zwölf Jahren. Von seinem Büro kann der 43-jährige gebürtige Nordschwarzwälder den Fortgang der APX-Erweiterung genau beobachten. Die alten römischen Stadtstraßen der Colonia Ulpia Trajana hat er, der in Karlsruhe Architektur und in York, wo er auch promovierte, Denkmalpflege studierte inzwischen exakt nachvollzogen: Drei Kilometer lang ist die Wegstrecke, die mit Sand ausgelegt wurde, 280 Linden wurden an deren Rändern gepflanzt.

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In alter Tradition des Parks mit Sommer- und Winterlinden — je nach Ausrichtung der 15 Straßen in Nord-Süd oder Ost-Westrichtung. Die Hauptachsen vom Vetera- bis zum Burginatium-Tor sowie vom Mars- bis zum Hafentor werden auf eben solche Weise auch optisch hervorgehoben: Ihre Ränder sind mit Platanen bepflanzt.

Limesstraße gefunden

Wobei natürlich auch bei solchen Pflanzaktionen noch archäologischen Hinweisen nachgegangen wird: Neben einer dieser Achsen haben die Wissenschaftler möglicherweise den Unterbau der ehemaligen Limesstraße gefunden, die von Köln nach Nimwegen führte, sagt der APX-Abteilungsleiter, der im Übrigen auch für die Garten- und Landschaftspflege im Park zuständig ist.

Ganz zufrieden ist Kienzle mit den Gegebenheiten in diesem Jahr allerdings nicht. Das Klima spielte nicht mit. Erst war es so lange zu kalt, so dass erst verspätet mit dem Wegebau angefangen werden konnte. Dann wurde es ganz schnell sehr warm. Von den eigentlich bereits jetzt vorgesehenen Linden, die auch in diesem Bereich die Abgrenzung zur Wohnbebauung darstellen, fehlen jetzt noch 174. Auf ein Neues 2012.

(RP)