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Debatte um Kiesabgrabung am Niederrhein erreicht nun auch Xanten

Kiesabbau am Niederrhein : Kies-Konflikt erreicht auch Xanten

FBI fordert Beitritt zum abgrabungskritischen „Niederrheinappell“, die Stadt lehnt ab.

Der Rat der Stadt Xanten wird in seiner nächsten Sitzung im Dezember darüber beraten, ob die Kommune der Interessengemeinschaft (IG) gegen den Kiesabbau beitritt. Das fordert die Freie Bürger-Initiative Xanten (FBI). Die Verwaltung lehnt den Beitritt derzeit ab, wie sie in einer Stellungnahme an den Rat schreibt. Die FBI stellt fünf der 37 Ratsmitglieder.

Xanten müsse den Kiesgegnern den Rücken stärken und die eigenen Interessen wahren, fordert die FBI in ihrem Antrag an den Rat. Zwar seien keine weiteren Auskiesungsflächen auf dem Stadtgebiet vorgesehen. Aber durch die Debatte um den Abbau des Rohstoffs am Niederrhein und den Widerstand an vielen Orten könne eine neue Situation eintreten, warnt die FBI. „Durch eine Mitgliedschaft der Stadt Xanten wird das Interesse der Stadt daran, keine weiteren Auskiesungs- und Vorhalteflächen auf Xantener Gebiet auszuweisen oder zu entwickeln, deutlich dokumentiert.“

Die Stadt beurteilt die Situation anders. Sie schlägt dem Rat die Ablehnung des FBI-Antrags vor, um einen „ergebnisoffenen Abstimmungsprozess“ mit allen Beteiligten der Regional- und Landesplanung und „damit eine Versachlichung der Debatte zu ermöglichen“, schreibt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme an den Rat. Sie erinnert daran, dass bisher keine weiteren Abbauflächen in Xanten vorgesehen seien. Sie beobachte die Entwicklung und stimme sich mit dem Kreis sowie den anderen Städten und Gemeinden ab, versichert die Stadt. Außerdem sei bisher keine Kommune Mitglied der Interessengemeinschaft gegen den Kiesabbau.

Im Frühjahr hatten sich Bürgerinitiativen und weitere Gruppen aus den Kreisen Wesel und Kleve zur IG Aktionsbündnis Niederrheinappell zusammengeschlossen. Sie lehnen einen weiteren Kiesabbau in der Region ab und fordern Bürger, Vereine, Behörden, Unternehmen, Politiker und Verbände dazu auf, der Interessengemeinschaft beizutreten, um so „Verantwortung gegenüber ihrer Heimat, den dort lebenden Menschen und unserer Natur zu übernehmen“.