Xanten Das Spiel um Liebe und Macht beim "Sommer Klassik Open Air"

Xanten · Die Oper "Nabucco" von Giuseppe Verdi wird am Donnerstag, 30. August, unter freiem Himmel im Kurpark Ostwall in Xanten gespielt.

 Die Open-Air-Oper gastiert nach Moers und Kevelaer nun auch in Xanten.

Die Open-Air-Oper gastiert nach Moers und Kevelaer nun auch in Xanten.

Foto: Dieker/Archiv

Wenn Pavol Munk vom weltberühmten Gefangenenchor in Verdis "Nabucco" erzählt, gerät er ins Schwärmen - und das, obwohl er die Oper schon 600 Mal bundesweit in, an und auf "beeindruckend schönen Plätzen, romantischen Burgen oder, wie am 30. August, im neuen Kurpark in Xanten spielt. Immer unter freiem Himmel, immer mit dem gleichen Ensemble, der Festspieloper Prag. Und Pavol Munk, der gemeinsam mit Daniela Woosmann das Veranstaltungsbüro "Paulis" mit Sitz in Braunschweig leitet, ist überzeugt: Die prachtvolle Oper mit dem dramatischen Spiel um Liebe und Macht, die 1842 erschien und "weltweit bis zu 2000 Mal jede Woche gespielt wird", findet auch in Xanten ein großes Publikum. Gemeinsam mit Sabine van der List von der Tourist Information TIX stellte Munk jetzt das "Sommer Klassik Open Air" im Kurpark Ostwall vor. Knapp 100 Mitwirkende werden in Xanten das alte Babylon und den Freiheitskampf der Israelitien zum Leben erwecken. "Wir haben die ganze Oper Prag eingepackt", so der 68-Jährige, der seit 19 Jahren mit Open-Air-Veranstaltungen unterwegs ist. Um 8 Uhr morgens beginnt am Konzerttag (Donnerstag, 30. August) der Aufbau; die Bühne misst zwölf mal zwölf Meter und steht gegen 15 Uhr. Die Musiker sitzen und spielen im Musikzelt direkt neben der Bühne.

Um 17 Uhr reisen die Musiker und Schauspieler des Prager Ensembles in zwei Bussen an, ab 17.30 Uhr sind Soundcheck und Orchesterproben. Die Aufführung von Nabucco beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Um 21.10 Uhr ist Pause; Michael Neumaier übernimmt das Catering, sorgt für die Beköstigung in flüssiger und fester Form.

Zehn Minuten vorm Ende des Abends erklingt der Chor der Gefangenen - "das ist ein Walzer, der lädt zum Schunkeln ein", weiß Munk aus den vielen Nabucco-Abenden, die er bis heute gespielt hat. Er möchte auch junge Leute mitnehmen in dem Zug, der Klassik heißt. Und er geht in Xanten von mehr als 1000 Zuhörern aus. "Ich habe 1200 Stühle dabei, und die würde ich unheimlich gerne alle aufbauen und besetzt haben", sagt der Mann, der mit Dieter Bohlen gut befreundet ist, auch mit Chris de Burgh zusammenarbeitet und stets ausverkauft ist, "weil wir immer so viele Stühle aufbauen, wie wir Karten verkauft haben".

Die kosten übrigens 44, 54 und 59 Euro und sind ab sofort an allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei der TIX an der Kurfürstenstraße und unter www.paulis.de erhältlich. Wenn um 20.30 Uhr der letzte Ton verklungen ist und die Zuhörer den Kurpark verlassen haben, wird schon mit dem Abbau angefangen. "Um 3 Uhr in der Nacht sind wir wieder weg", sagt Pavol Munk. Und dass es am 30. August regnen könnte, kann natürlich auch er nicht ausschließen. Aber das sieht er ganz pragmatisch, genau wie Sabine van der List: "Wenn es regnet, gibt es Regencapes".

(jas)
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