Xanten: Das Siegfried-Denkmal

Xanten: Das Siegfried-Denkmal

Der neue Nibelungen-Platz stellt die Verbindung zwischen der Colonia der Römer, der mittelalterlichen und neuen Geschichte der Stadt dar. Dies wird der Künstler Christoph Wilmsen-Wiegmann in einem Denkmal darstellen.

Der Nibelungenplatz. Gerade erst hat er seinen Namen erhalten. Eigentlich ist er nur ein Kreisverkehr. Aber wie so oft auf Xantener Boden: Hier draußen liegt die Nahtstelle zwischen der alten römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana und dem Mittelalter. Nur wenige Schritte entfernt lag das Rheintor. "Wer sich dessen klar ist, der wird die Faszination, die für mich von diesem Ort ausgehen, nachvollziehen können", sagt Christoph Wilmsen-Wiegmann. Der Künstler aus Appeldorn wird genau hier ein "Siegfried-Tor" errichten. Nach dem Beschluss des Rates wurde ein entsprechender Vertrag gerade unterzeichnet.

Die Geschichte

17 Jahre hat sich der 53-Jährige mit der Geschichte der Stadt und ihrer Umsetzung in Kunst beschäftigt. Nicht alle Projekte wurden realisiert, 1996 hat er mit seinem Projekt "Buchenwald" im Kreuzgang des Viktor-Doms an das Pogrom von 1096 erinnert, als Kölner Juden, die auf Geheiß des Kölner Erzbischofs in Xanten Schutz gesucht hatten, von französischen Kreuzrittern erschlagen wurden. Die Bodenskulptur wird heute in Schloss Moyland ausgestellt. Seit elf Jahren liegt eine große Anzahl von Stahlschuhen auf der Mauer der Bischofsburg, die ebenfalls an die damals ermordeten Juden erinnert. Auch mit Ausstellungen war der Bildhauer vertreten, der auf dem Niederheeshof in unmittelbarer Nachbarschaft zu Marienbaum lebt und arbeitet.

Wie ein Sternenhimmel

  • Xanten : Die Wucht des Steintors

Für das Nibelungen-Tor soll der Stein aus Norwegen kommen. Ein schwarzer Stein vom westlichen Ufer des Oslofjords. Übersät mit fingernagelgroßen blau-kristallinen Augen — "wie ein Sternenhimmel." Ende Februar wird der Stein gebrochen — gut 34 Tonnen schwer ist er, bevor er, in zwei Teile zerlegt, übers Meer und mit Lkw in Wilmsen-Wiegmann Werkstatt kommt und da seine Tor-Form erhält. "Oben bleiben die Bruchspuren bewusst erhalten", sagt der Künstler. Eine Torhälfte wird leicht versetzt und geneigt aufgestellt — in Erinnerung an die betrogene und letztlich zerbrochene Persönlichkeit des Siegfried.

Dass Wilmsen-Wiegmann ausgerechnet einen nordischen Stein wählte, hat gleich mehrere Bezüge. Siegfried — Brunhilde zum Beispiel. Und die Tatsache, dass von Norden ausgehend in der vorletzten Eiszeit die niederrheinische Landschaft geformt wurde.

Dass der Hauptausschuss nach mehreren Besuchen in seinem Atelier die Entscheidung für sein Werk fällte, erfüllt Wilmsen-Wiegmann mit Stolz. Und auch Bürgermeister Christian Strunk zeigt sich überzeugt vom künstlerischen Vorhaben. Auch in schweren finanziellen Zeiten habe die Kunst ihren Platz in Xanten. "Ein Geschenk von der Stadt an die Stadt. Das, so Strunk, sei doch etwas Besonderes.

(RP)