Xanten: Das Dorf mit Zukunft

Xanten: Das Dorf mit Zukunft

Eine Delegation der Landwirtschaftskammer bereist derzeit die Orte, die den Wettbewerb auf Landesebene gewinnen möchten. Am Mittwoch war Marienbaum an der Reihe.

Nur zwei Stunden, nicht mehr: So viel Zeit hatten die Vertreter vom Heimat- und Bürgerverein und der Stadt, als sie am Mittwoch komprimiert die Vorzüge von Marienbaum vorstellten.

Die Vertreter der Stadt und des Heimat- und Bürgervereins zeigten der Jury zwei Stunden lang die Vorzüge Marienbaum. Foto: KUmmer

Es ging um viel, nämlich um die Landesmeisterschaft. Die zwölfköpfige Delegation der Landwirtschaftskammer Rheinland machte sich eifrig Notizen, was die Ortschaft alles an Infrastruktur, sozialem Leben, Engagement und Grünflächen zu bieten hat. 2017 hatte sich Marienbaum durch den ersten Platz beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" für die nächste Runde qualifiziert. Nun ging es um Punkte auf Landesebene.

Alle 22 Orte entlang der Rheinschiene hat die Kommission besucht, ab dem 25. Juni führt sie der Weg zu weiteren 22 Stationen, dann aber im westfälischen Teil von NRW. Wer aus dem Rheinland die Nase ganz weit vorne hat, steht aber schon am Mittwoch fest, darauf hat sich die Kommission nach der Rückkehr schon geeinigt. "Doch unsere Lippen sind versiegelt", sagt Anke Schirocki. Und werden es auf Monate hinaus bleiben. Erst am Sonntag, 9. September, werden die fünf Gewinner bekanntgegeben, die auf Bundesebene die grün-weiß-roten Landesfarben vertreten dürfen.

Marienbaum kann da schon mit einiger Erfahrung aufwarten, denn die Ortschaft hat auf NRW-Ebene bereits mehrfach Gold und Silber gewonnen und 1973 sogar Silber im bundesweiten Vergleich. Damals war noch alles anders, erinnert sich der Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins, Dietmar Kisters. Da hieß das Motto noch "Unser Dorf soll schöner werden". Also wurde seinerzeit fleißig gepflegt, gepflanzt, gesäubert, die Fahne rausgehängt, weiß Kisters aus eigener Erfahrung. Das neue Motto hingegen ist auf die Zukunft der Ortschaften ausgerichtet. Dementsprechend stehen ganz andere Kriterien im Vordergrund. Sie beginnen bei der vorhandenen Nahversorgung von den Ärzten bis zu Lebensmitteln und endet lange nicht beim sozialen Leben.

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Ein Punkt, mit dem die Ortschaft schon auf Kreisebene punkten konnte, ist die Anbindung ans schnelle Internet. Seit vergangenem Jahr sind Glasfaserstränge unter den Straßendecken verlegt, nicht zuletzt auch dank des großen Einsatzes der Einwohner, die fleißig die Werbetrommel rührten, um auf die geforderten 40 Prozent Anschlussteilnehmer zu kommen. "Wir haben ein sehr lebendiges Dorf", warb auch Bürgermeister Thomas Görtz bei den Kommissionsmitgliedern, "mit großem ehrenamtlichen Engagement".

Mit dem Bus ging es im Schritttempo durch die Natur Marienbaums, vorbei an Feldern und durch das Landschaftsschutzgebiet. Langsam quälte sich der Reisebus auf den kleinen Sträßchen zu Wallfahrtsheim, Grundschule, zum früheren Rathaus und zum Schützenheim. "Für ein Dorf mit 2000 Einwohner sind wir mit der ärztlichen Versorgung gut aufgestellt", betonte Kisters. Aber es müssen weitere Neubürger herziehen, um diese Infrastruktur - Schule und die beiden Kindergärten inbegriffen - auch zu halten. "2000 ist ein wenig knapp."

Zwei Stunden - mehr war nicht drin. Jetzt heißt es warten bis zum 9. September.

(RP)