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Corona-Pandemie: Kaum Kinder in der Not-Betreuung in Xanten, Rheinberg und Alpen

Corona-Pandemie : Kaum Kinder in der Not-Betreuung

Wegen des Coronavirus bleiben Schulen und Kitas geschlossen. Obwohl die Entscheidung von der Landesregierung erst am Freitag verkündet worden war, funktioniert die Umsetzung reibungslos, wie sich in Rheinberg, Alpen und Xanten zeigte.

Der erste Tag der Schul- und Kita-Schließungen ist in Alpen, Rheinberg, Xanten und Sonsbeck offenbar weitgehend ruhig verlaufen. Die Redaktion hat sich in mehreren Einrichtungen umgehört. Überall war der gleiche Tenor zu hören: Nur wenige Kinder seien gekommen, die allermeisten Eltern hätten gelassen und verständnisvoll auf die Anordnung der NRW-Landesregierung reagiert – mit den Schul- und Kita-Schließungen will sie eine weitere Ausbreitung des Coronavirus bremsen. Ein Überblick.

Kitas An den Kindertagesstätten des DRK Kreisverbands Niederrhein seien am Montag deutlich weniger Kinder gewesen als sonst, erklärte eine Sprecherin. „Alles klappte gut und reibungslos – in allen Kitas.“ Offenbar hätten sich viele Eltern an die neuen Regeln gehalten. Demnach werden nur noch Kinder von Eltern betreut, die in sogenannten Schlüsselpositionen arbeiten – zum Beispiel bei Feuerwehr, Polizei, im Gesundheitswesen oder in der Telekommunikation. Der DRK Niederrhein hat Kitas in Rheinberg. Xanten und Sonsbeck.

Im Waldkindergarten Wurzelzwerge in Alpen ging am Montag nichts mehr. Das pädagogische Personal versammelte sich auf der Einfahrt zum Gelände in der Sonne, um zu beraten und schon Angebote für die Zeit nach der Corona-Pandemie durchzusprechen. Die Kinder seien momentan alle in ihren Familien versorgt, „nur am Freitag werden wir wohl ein Kind betreuen“, sagte Leiter Carlo Ridder.

Grundschulen Als hilfreich erweist sich, dass die Systeme im ländlichen Bereich überschaubar sind. Viele Eltern kennen sich, sind von Lehrerinnen und Lehrern schnell und gut zu erreichen. Als hilfreich erweist sich auch, dass inzwischen viele digital vernetzt sind. So können die Kinder mit Aufgaben in den Kernfächern versorgt werden, um die Zeit bis zum Beginn der Osterferien zu nutzen. „Lesen. Lesen. Lesen“, heißt die Losung von Uschi Ledermann, Rektorin der Grundschule in Alpen. „Und das Einmaleins zu trainieren, schadet auch nicht.“ An den Grundschulen in Rheinberg wurde die Notfallbetreuung nur in Einzelfällen wahrgenommen. Birgit Kröll, Konrektorin der Schule am Deich in Wallach, sagte: „Es kamen sieben Kinder in die Betreuung.“ In die Schule am Bienenhaus in Millingen wurde ein einziges Kind gebracht. Rektorin Jasmin Brune: „Die Mutter hat es wieder mitgenommen. Sie wollte nicht, dass ihr Kind ganz allein betreut werden muss.“

„Die Eltern sind verständnisvoll und reagieren besonnen auf die neue Situation“, berichtete auch Daniela Hommen, Leiterin der Hagelkreuzschule in Xantens Ortsteil Lüttingen. Nur wenige Kinder seien am Montagmorgen in die Betreuung gekommen. In den nächsten Tagen würden es vermutlich auch nicht mehr werden. Montag und Dienstag sind noch Übergangstage. Eltern können ihre Kinder zur Betreuung in die Schulen schicken. Von Mittwoch an ist dafür vom Arbeitgeber aber eine Bescheinigung erforderlich, dass Mutter und Vater in einer Schlüsselposition arbeiten – Alleinerziehende müssen das natürlich nur für sich nachweisen.

Weiterführende Schulen In der Sekundarschule Alpen saß die Schulleitung am Montagmittag zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auch hier gehen schulische Übungen via Internet an die Schüler. Auf dem weitläufigen Außenspielgelände vertrieben sich ein paar Jungs vergnüglich die Zeit.

An der Europaschule und am Amplonius-Gymnasium in Rheinberg kamen morgens zunächst noch relativ viele Jungen und Mädchen an – aber vor allem, um ihre Bücher abzuholen. In er Notfallbetreuung war nicht viel los. An der Europaschule wurden ein Junge und ein Mädchen aus der Jahrgangsstufe sieben beaufsichtigt, am Gymnasium kein einziges Kind.

Das gleiche Bild gab es am Montag an der Willi-Fährmann-Gesamtschule von Xanten und Sonsbeck: „Es war kein Schüler da, der betreut werden sollte“, sagte Schulleiter Frank Pieper. Bis Montagmittag hätten auch noch keine Eltern einen Bedarf für die Not-Betreuung ab Mittwoch angemeldet. Einige Schüler hätten zwar kurz in die Schule kommen müssen, um ihre Bücher und Unterlagen zu holen. Viele hätten sie aber am Freitag schon mit nach Hause genommen, um die Schulaufgaben machen zu können, die von der Schule für die unterrichtsfreie Zeit empfohlen werden. Diese Aufgaben würden den Schülern auch ausgedruckt angeboten, weil nicht alle Familien einen ausreichenden Internetanschluss hätten. Aber der Großteil hole sich die Informationen über die Aufgaben über die Internetseite der Schule.