Corona-Regelung gelockert Xanten kommt Campern entgegen

Xanten · Wegen der Corona-Pandemie sollten zunächst alle die Campingplätze verlassen, die nicht ihren ersten Wohnsitz dort haben. Diese Regelung wurde aber noch geändert.

 Einer der Xantener Campingplätze: Waldcamping Speetenkath.

Einer der Xantener Campingplätze: Waldcamping Speetenkath.

Foto: Waldcamping "Speetenkath

Es müssen doch weniger Menschen die Campingplätze in Xanten verlassen als zunächst angenommen. Nach Gesprächen mit Betroffenen und Platzbetreibern hat die Stadt die Regelung geändert. Demnach dürfen auch Personen bleiben, die mit ihrem Zweitwohnsitz auf einem Campingplatz in Xanten gemeldet sind, wie Bürgermeister Thomas Görtz sagte. In diesen Fällen könne davon ausgegangen werden, dass die Camper sich nicht nur zu touristischen Zwecken hier aufhielten, sondern dass Xanten zu ihrer zweiten Heimat geworden sei. Sollte es darüber hinaus Fälle geben, in denen es zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen angebracht sei, dass jemand auf dem Campingplatz bleibe, werde das berücksichtigt.

Die Stadt hatte am Dienstag zunächst angekündigt, dass sich nur noch Menschen auf den Campingplätzen aufhalten sollten, die mit ihrem Erstwohnsitz dort gemeldet seien. Hintergrund ist die NRW-Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus. Dadurch sind Übernachtungen zu touristischen Zwecken vorerst untersagt. Das betrifft nicht nur Hotels. Der Campingplatz Grav-Insel in Wesel ist zum Beispiel bis zum 19. April geschlossen.

Auf die Ankündigung der Stadt Xanten vom Dienstag reagierten viele Camper verunsichert. Platzbetreiber berichteten, dass zahlreiche Bewohner ihren ersten Wohnsitz in Essen, Duisburg oder Dortmund hätten und nicht verstehen könnten, warum sie in die Großstädte zurückkehren sollten, obwohl sie dauerhaft auf dem Campingplatz lebte und hier viel eher Abstand zu anderen einhalten könnten. Einige fühlten sich auch ungerecht behandelt, weil sie hier Zweitwohnsitzsteuer zahlten und trotzdem gehen sollten. Die Betreiberin des Campingplatzes Speetenkath, Patricia von Wolff-Metternich, kündigte an, dass sie ihr Gelände ganz schließen müsse, wenn alle Camper mit Zweitwohnsitz abreisen sollten – der weitere Betrieb sei dann wirtschaftlich nicht mehr möglich. Auch der Xantener Sozialverband VdK schaltete sich ein. Viele seiner Mitglieder lebten auf den Plätzen, sagte der Vorsitzende Volker Markus. Durch ihr Alter oder Vorerkrankungen gehörten sie zur Risikogruppe und hätten keine Möglichkeit, die nächsten Wochen woanders zu wohnen, zumal ihr Lebensmittelpunkt Xanten sei, warnte er.

Schließlich kam die Stadt den Campern entgegen. Demnach ist das Betreten und die Übernachtung auf Anlagen im Stadtgebiet denjenigen erlaubt, die ihren Erst- oder Zweitwohnsitz dort gemeldet haben. Alle anderen müssen das Gelände bis Freitag, 3. April, verlassen. Härtefälle würden wohlwollend geprüft, hieß es. Nach Angaben der Stadt sind auf Xantener Campingplätzen 485 Menschen mit ihrem Erst- und 24 mit ihrem Zweitwohnsitz gemeldet.

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