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Corona-Impfung in Xanten: Ansturm auf Impfmobil der AOK

Schutz gegen Corona : Ansturm auf Impfmobil in Xanten

Dutzende ließen in Xanten ihren Schutz gegen Covid auffrischen. Mindestens genauso viele mussten aber vom Imfmobil weggeschickt werden. So groß ist die Nachfrage nach einer Auffrischung der Corona-Impfung.

Die Nachfrage nach einer Corona-Impfung ist im Kreis Wesel nach wie vor deutlich größer als das Angebot: Am Sonntag haben etwa 55 Frauen und Männer in Xanten ein mobiles Impfangebot der AOK Rheinland/Hamburg und des BGF-Instituts genutzt. Mindestens noch einmal genauso viele mussten aber schon am Mittag wieder weggeschickt werden, weil mehr Impfungen an diesem Tag nicht möglich waren. Die Menschen wurden deshalb auf die weiteren Termine des Impfmobils und andere Impfangebote im Kreis Wesel hingewiesen.

Bis Weihnachten kommen die AOK Rheinland/Hamburg und ihr BGF-Institut noch viermal mit ihrer rollenden Arztpraxis nach Xanten und 16 Mal nach Moers, Wesel und Voerde. Sie unterstützen damit die Impfkampagne im Kreis Wesel. „Wir möchten, dass die Menschen im Kreis Wesel gesund bleiben und ein entspanntes Weihnachtsfest mit ihren Angehörigen feiern können“, sagte AOK-Regionaldirektor Manrico Preissel. Eine AOK-Mitgliedschaft ist für eine Impfung im Impfmobil nicht nötig.

Schon gegen 10 Uhr waren Menschen zum Parkplatz am Ostwall in Xanten gekommen, weil dort das Impfmobil stehen sollte. Während es neben dem Rathaus aufgebaut und eingerichtet wurde, wuchs die Zahl der Impfwilligen auf weit mehr als 100 Menschen an. Gegen 12 Uhr, als die Impfungen begannen, schlängelte sich die Warteschlange schon quer über den Parkplatz.

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Die Mitarbeiter der AOK und des BGF-Instituts vergaben deshalb kurzfristig Termine für die nächsten fünf Stunden an diejenigen, die an diesem Nachmittag geimpft werden konnten. Den anderen in der Warteschlange sagten sie direkt ab, sodass niemand vergeblich warten musste. Die Menschen reagierten enttäuscht, aber weitgehend ruhig. Genauso wie diejenigen, die in den folgenden fünf Stunden zum Parkplatz kamen und erfuhren, dass sie zu spät waren.

Die Impfungen selbst liefen reibungslos ab. Mehr als die etwa 55 Impfungen seien durch ein mobiles Team an einem Nachmittag nicht zu stemmen, berichteten Mitarbeiter der AOK Rheinland/Hamburg und des BGF-Instituts. Jedes Mal müssten Unterlagen ausgefüllt und kontrolliert werden. Die Menschen hätten Fragen zu den Impfungen, der Arzt beantworte sie in Ruhe. Pro Stunde seien im Durchschnitt bis zu zwölf Impfungen möglich. Bis 17 Uhr war das Impfmobil in Xanten.

Xantens Bürgermeister Thomas Görtz besuchte am Mittag die Mitarbeiter der AOK und des BGF-Instituts. Er äußerte die Hoffnung, dass die Impfquote durch ein Angebot wie das Impfmobil steige, weil es dadurch unkompliziert möglich sei, den Covid-Schutz zu bekommen. Von den etwa 55 Menschen, die am Sonntag eine Spritze bekamen, erhielten fünf eine Erst- oder Zweitimpfung. Für alle anderen, also den überwiegenden Teil, war es die Auffrischungsimpfung. Diese Booster-Impfungen sind für alle Personen möglich, deren Zweitimpfung mindestens sechs Monate her ist.

Unter den Menschen, die mittags in der Warteschlange standen, berichteten mehrere, dass sie ihren Hausarzt nach dem Booster gefragt hätten, aber erst in einigen Wochen oder im Januar oder Februar einen Termin bekommen könnten, weil die Nachfrage so groß sei. Sie wollten sich deshalb am Sonntag impfen lassen, um ihren Covid-Schutz wieder aufzufrischen, weil seit ihrer zweiten Impfung sechs Monate vergangenen sind.

So erzählte eine Frau, dass sie ihren Sohn und die Enkel an Weihnachten treffen wolle und deshalb hoffe, vorher die dritte Impfung zu bekommen. „Dann wäre ich besser geschützt.“ Sie sei deshalb schon am Mittwoch zum mobilen Impfteam des Kreises gegangen, das an diesem Tag am Edeka-Markt an der Lüttinger Straße gestanden hatte. Aber sie sei nicht mehr drangekommen. Und auch am Sonntag kam sie zu spät. Genauso wie eine Frau, die sich um ihre 83-jährige Mutter kümmert, und ein Mann, der nach der Zweitimpfung für seinen Sohn fragte. Die erste Spritze hatte der Zwölfjährige bei einer mobilen Impf-Aktion des Kreises im Sommer bekommen, wie der Vater berichtete. Beim Hausarzt würden sie erst im neuen Jahr die zwei Impfung bekommen können.

(wer)