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Corona im Kreis Wesel: INzidenz über 10 - Verschärfung der Regeln droht

Verschärfung der Corona-Regeln : Kreis Wesel kommt der Inzidenzstufe 1 wieder näher

Im Kreis Wesel sind die Infektionszahlen wieder gestiegen. Seit Tagen liegt die Inzidenz über dem Schwellenwert von 10. Bleibt es bis Anfang der nächsten Woche dabei, treten wieder strengere Regeln in Kraft.

Im Kreis Wesel infizieren sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus. Während Ende Juni und Anfang Juli täglich nur zwischen null und vier neue Fälle gemeldet wurden, sind es seit Mitte Juli zwischen fünf und 16, wie aus Daten des Landeszentrums Gesundheit NRW hervorgeht. Der Anstieg sei „insbesondere auf Reiserückkehrer zurückzuführen“, berichtete der Kreis Wesel. Außerdem breitet sich auch hier die Delta-Variante aus: Ende Juni hatte ihr Anteil noch bei 3,2 Prozent an den Neu-Infektionen gelegen. Seitdem sei er auf mehr als 51 Prozent gestiegen und werde wahrscheinlich weiter zulegen, erklärte die Kreisverwaltung. Es seien überwiegend jüngere Menschen, die sich zurzeit infizierten.

Nachdem die Zahl der neuen Corona-Fälle wieder zugenommen hat, ist auch die Sieben-Tage-Inzidenz gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen einen Wert von 15,9 für den Kreis Wesel. Am 1. Juli hatte die Inzidenz noch einen Tiefstand für die Region erreicht und war auf 1,5 gefallen. Sie gibt an, wie viele neue Infektionen in den vergangenen sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Bei der Frage, welche Regeln in einer Region gelten, ist die Inzidenz zurzeit die maßgebliche Orientierungsgröße. Die Grundlage dafür ist die Corona-Schutzverordnung für NRW. Die Landesregierung hat darin Vorschriften für vier verschiedene Inzidenzstufen erlassen, sodass die Einschränkungen vor Ort vom Infektionsgeschehen in einer Region anhängen: Wo es wenige neue Fälle gibt, ist mehr erlaubt als dort, wo viele Infektionen gemeldet werden.

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Für den Kreis Wesel gelten zurzeit die Regeln der Inzidenzstufe null. Dadurch sind die Vorschriften deutlich lockerer als noch im Frühjahr. Aber nachdem die Infektionszahlen gestiegen sind, drohen wieder Einschränkungen, wenn auch leichte: Wie aus der Corona-Schutzverordnung hervorgeht, wird ein Kreis wieder in die Inzidenzstufe eins hochgestuft, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an acht Kalendertagen hintereinander den Wert von zehn überschritten hat. Dann gelten vom übernächsten Tag an neue Regeln vor Ort.

Der Kreis Wesel hat seit Montag, 19. Juli, eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als zehn. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, ist dieser Wert am Montag zum achten Mal in Folge darüber. Dann treten am Mittwoch wieder einige Einschränkungen in Kraft. Das muss aber vom NRW-Gesundheitsministerium erst festgestellt werden. Welche Regeln dann im Kreis Wesel gelten, lässt sich der aktuellen Corona-Schutzverordnung entnehmen. Allerdings sind alle vier Inzidenzstufen auf den 37 Seiten dargestellt, hinzu kommen noch Vorschriften, die vom landesweiten Infektionsgeschehen abhängen. Das NRW-Gesundheitsministerium hat deshalb die Einschränkungen und Lockerungen zusätzlich auf seiner Internetseite aufgelistet.

Demnach gäbe es zum Beispiel wieder Kontaktbeschränkungen im Kreis Wesel, wenn er in die Inzidenzstufe eins hochgestuft würde. Im öffentlichen Raum dürften sich nur noch dann unbegrenzt viele Menschen treffen, wenn sie maximal aus fünf verschiedenen Haushalten kommen. Sonst dürfen maximal 100 Menschen an einem Treffen teilnehmen, und sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen.

Konzerte und andere Kulturveranstaltungen blieben erlaubt, sie dürfen innen und außen auch noch von bis 1000 Personen besucht werden. Erforderlich ist aber ein Sitzplan, und die Besucher müssen einen negativen Corona-Test vorlegen; außerdem muss entweder der Mindestabstand eingehalten werden oder die Sitzordnung wie ein Schachbrett geplant sein. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen müssen ein genehmigtes Konzept haben.

Auch Kontaktsport bliebe möglich, außen wie innen, mit bis zu 100 Teilnehmern. Aber ein negativer Corona-Test und eine Rückverfolgung wären erforderlich. Auch private Veranstaltungen wären weiter erlaubt: im Freien mit bis zu 250 Gästen, drinnen mit bis zu 100. Voraussetzung wäre aber ein negativer Corona-Test und eine Rückverfolgbarkeit. Und wenn die private Veranstaltung eine Party ist, dürften draußen maximal 100 Leute feiern und drinnen höchstens 50 – vorausgesetzt, sie haben sich testen lassen und das Ergebnis ist negativ ausgefallen. Die Regeln für Gastronomie und Einzelhandel blieben im Wesentlichen wie bisher: Für den Besuch von Restaurants und Cafés wäre also weiter kein Test erforderlich, genauso wenig wie für den Einkaufsbummel.

In der Corona-Schutzverordnung stehen weitere Regeln. Insgesamt wären es erst einmal nur geringe Einschränkungen, und in der Regel entbindet eine Impfung oder Genesung von der Testpflicht. Noch strengere Regeln kämen erst, wenn die Inzidenz mehrere Tage über 35 liegen würde.

>>> Landesweit, also in ganz NRW, gilt von Montag an die Inzidenzstufe 1 – was sich dadurch ändert, lesen Sie hier. Die landesweiten Inzidenzstufen sind zusätzlich zu den Inzidenzstufen in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt. <<<

(wer)