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Corona im Kreis Wesel: Diese Hilfe gibt es für die Wirtschaft in der Region

Corona-Krise : Diese Hilfe gibt es für die Wirtschaft in der Region

Die Corona-Pandemie stellt Unternehmen vor existenzielle Probleme. Kommunen und Banken in der Region wollen der Wirtschaft helfen. Einige Beispiele.

Sonderfonds mit 25 Millionen Euro Die Volksbank Niederrhein hat für ihre Firmenkunden, Gewerbetreibenden und Selbständigen, die seit mindestens drei Monaten Kunden der Volksbank sind, einen Sonderdarlehnsfonds von 25 Millionen Euro aufgelegt. Das teilte die Volksbank am Freitag mit. Demnach steht dieser Fonds den Gewerbetreibenden und Selbständigen zur Verfügung, die von der Corona-Krise in heftige Turbulenzen gestürzt worden sind, die aber auch „aus heutiger Sicht trotz der Verwerfungen durch Corona dennoch in der Lage sein dürften, die zusätzlichen Kredite nach Ende der Krise auch stemmen zu können“, erklärte Vorstandschef Guido Lohmann. Ein Gespräch (Telefonat, Video, Mail, WhatsApp) mit den Beratern der Volksbank, dazu klare Absprachen – und innerhalb von drei Tagen stelle die Volksbank das Geld in voller Summe auf dem Konto der Kunden zur Verfügung. „So stellen wir uns eine schnelle Hilfe vor“, sagte Lohmann. „Die ersten knapp fünf Millionen Euro sind seit Montag bereits ausgezahlt.“ Gerade für viele Kleinunternehmen dränge die Zeit. „Wir brauchen jetzt mutige Entscheidungen, Klartext und eben keine bürokratischen Antragswege mit Hintertürchen. Beherztes Handeln ist gefragt!" Zusätzlich flankiere die Volksbank diese schnelle Liquiditätsbereitstellung mit anderen Maßnahmen wie etwa kompletten Darlehnsstundungen oder Tilgungsaussetzungen.

Stundung von Darlehen Die Sparkasse am Niederrhein verspricht Firmen- und Gewerbekunden, die unter den finanziellen Folgen der Corona-Krise leiden, eine schnelle und unbürokratische Hilfe. „Auf Wunsch setzen wir die Tilgung der von uns vergebenen Darlehen bis einschließlich 30. Juni 2020 aus – ein Anruf genügt“, sagte der für das Kreditgeschäft verantwortliche Vorstand Bernd Zibell. Die Sparkasse unterstütze damit insbesondere Selbstständige, Gewerbetreibende und mittelständische Unternehmen, die unter massiven Umsatzeinbrüchen litten. „Wir wollen den lokalen Geschäftsleuten und Unternehmern jetzt schnell Luft verschaffen.“ Die Sparkasse wolle mit dieser schnellen Maßnahme die vom Bundesfinanzministerium angekündigten Sonderprogramme und Hilfspakete, die ab Montag anlaufen sollen, zusätzlich flankieren. „Unsere Beraterinnen und Berater sind unter den bekannten Durchwahlen zu erreichen“, sagte Zibell weiter. „Zudem ist unser Service-Telefon 02841 206-0 werktags von 8 bis 18 Uhr besetzt.“

Jobbörse eingerichtet Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen haben nur noch wenige Betriebe geöffnet. „Die Belastung für das eingesetzte Personal ist hoch und es wird oftmals zusätzliches Personal für anfallende Arbeiten benötigt“, sagt Christian Boßmann von Xantens Wirtschaftsförderung. Um die Unternehmen am Standort Xanten zu unterstützen, richte die Stadt Xanten auf der städtischen Internetseite eine Jobbörse für Aushilfstätigkeiten ein. Betriebe, die Mitarbeiter benötigen, könnten diesen Bedarf an die Wirtschaftsförderung melden. Die Angebote würden auf der städtischen Internetseite veröffentlicht. Jobsuchende und Bürger, die die Betriebe unterstützen möchten, hätten so die Möglichkeit, Angebote im näheren Wohnumfeld zu finden. Betriebe, die derzeit Personal für Aushilfstätigkeiten benötigen, könnten eine kurze Stellenbeschreibung und ihre Kontaktdaten per E-Mail an wirtschaft@xanten.de schicken.

Stundung fälliger Steuerzahlungen Die Gemeinde Sonsbeck empfiehlt betroffenen Unternehmen, sich mit ihren derzeitigen Steuerberatern in Verbindung zu setzen und die sich steuerverfahrensrechtlich anbietenden Sofortmaßnahmen zügig zu beantragen, um Liquiditätsengpässen vorzubeugen oder abzumildern. „Dabei werden wir in unserem Haus in begründeten Fällen auch den Erlass von Säumniszuschlägen oder den vorübergehenden Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen wohlwollend prüfen“, erklärt Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt. Dabei gelte: Anträge auf Herabsetzung von Vorauszahlungen auf die Einkommen- oder Körperschaftssteuer oder Stundung fälliger Steuerzahlungen seien beim zuständigen Finanzamt zu stellen. Formlose Anträge auf Herabsetzung von Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer oder Stundung fälliger Steuerzahlungen seien dagegen bei der Gemeinde Sonsbeck zu stellen. Auskünfte gebe es dazu unter Tel. 02838 36122.

(wer)