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Click and Collect in Xanten: So können Sie weiter vor Ort einkaufen

Xantens Handel im Lockdown : So können Sie weiter vor Ort einkaufen

Der Kunde darf viele Ladengeschäfte zwar nicht betreten, aber er darf bei den Händlern Waren bestellen und abholen. Sogar eine Beratung ist möglich – telefonisch oder per Whatsapp. Ein Überblick für Xanten.

Trotz des Lockdowns ist es weiter möglich, beim Handel vor Ort einzukaufen. Viele Geschäfte bieten an, dass sie die Ware liefern oder dass der Kunde sie abholt. Das ist nach der Corona-Schutzverordnung zulässig. Wir haben mit Händlern darüber gesprochen, wie es in der Praxis funktioniert und bisher angenommen wird.

Wie wird die Ware ausgesucht? Die Geschäfte dürfen von den Kunden im Moment nicht betreten werden. Aber die Händler präsentieren ihre Waren weiterhin in ihren Schaufenstern, viele informieren auch auf ihren Facebookseiten über neue Produkte, das machen unter anderem Lederwaren Ziegler und Hampelmann (Spielwaren). Oder die Händler haben einen Onlineshop, wo sie ihr Sortiment zeigen, das Geschäft Steel Collection Wohnambiente & Lifestyle von Nicola Lümmen zum Beispiel. Außerdem sind die Händler telefonisch, per Mail oder Whatsapp zu erreichen. So bietet das Schuhhaus Scholten an, dass sich der Kunde die Nummer des Schuhs, den er im Schaufenster gesehen hat, aufschreibt und bei der Bestellung angibt. Viele Kunden haben auch schon ein konkretes Produkt im Kopf und fragen dann den Händler vor Ort, ob sie es bei ihm kaufen können. So habe er viele Kunden, die nach einem bestimmten Laufschuh fragten, weil sie das Modell schon hätten, damit zufrieden seien und es deshalb gern noch einmal neu oder vom selben Hersteller ein anderes Modell haben wollten, berichtet Joachim Herbst vom gleichnamigen Sport-Fachgeschäft an der Marsstraße.

Anprobe daheim: Claudia Wonning von der Zsa Zsa Boutique stellt eine Auswahl für eine Kundin zusammen. Foto: Armin Fischer ( arfi )

Wie funktioniert die Beratung im Moment? Am Telefon, per Whatsapp oder per E-Mail. Händler wie Claudia Wonning (Boutique Zsa Zsa) berichten, dass sie den Kunden Fotos von den Produkten zuschicken, zum Beispiel von einem Pullover oder einem Schal, damit die Kundin dann auswählen kann, was sie haben möchte. Martina Bartussek (Spielwaren Hampelmann) hat einem Kunden am Telefon Alternativen vorschlagen können, als die gesuchte Ware bereits ausverkauft war. Dabei könnte sie direkt klären, welches Zubehör zu dem Spielzeug passt. Auch Joachim Herbst und andere helfen auf diesem Weg.

Wie bekommt der Kunde die Ware? Der Versandhandel ist erlaubt, genauso wie die Auslieferung, das bieten verschiedene Händler auch an, sogar als Geschenk, wie Lümmen berichtet. Außerdem ist es zulässig, dass der Kunde die Ware abholt – aber dafür stellt die Corona-Schutzverordnung Bedingungen: Die Ware muss vorher bestellt werden, die Übergabe muss kontaktfrei erfolgen, und dabei müssen Schutzmaßnahmen beachtet werden. Verschiedene Händler haben deshalb Abholstationen an den Eingängen ihrer Geschäfte eingerichtet, wo der Kunde abholen kann, nachdem er dafür einen Termin vereinbart hat. Das ist auch kurzfristig möglich; viele Händler sind tagsüber in den Geschäften oder schnell vor Ort, um die Ware herauszugeben. Deshalb ist es auch möglich, dass der Kunde telefonisch etwas bestellt und schon eine halbe Stunde später abholt – ein Vorteil gegenüber dem Onlinehandel.

Kann die Ware ausprobiert werden? Vor Ort nicht. Der Kunde darf das Geschäft nicht betreten. Aber verschiedene Händler bieten an, dass die Kunden eine Ware oder eine Auswahl mit nach Hause nehmen können, um sie nach einem Tag zurückzubringen oder zu kaufen. Das lässt sich mit dem Händler klären.

Wie wird die Ware bezahlt? Wie sonst auch, sogar eine Barzahlung ist möglich, wenn sie kontaktlos erfolgt. Der Kunde hat auch das übliche gesetzliche Reklamationsrecht bei Fehlerhaftigkeit der Ware, wie der Handelsverband Niederrhein erklärt. Darüber hinaus kann der Händler wie immer ein Umtauschrecht gewähren, sodass der Kunde die Ware zurückgeben kann, wenn sie ihm doch nicht gefällt. Wenn zum Beispiel jemand ein Bild für seine Wohnung kaufe und daheim feststelle, dass es doch nicht zur Einrichtung passe, bekomme er das Geld zurück, erklärt Nicola Lümmen. Bei anderen Händlern kann es aber auch sein, dass es bei einem Umtausch eine Gutschrift gibt.

Wie wird das Angebot angenommen? Verschiedene Händler berichteten, dass bisher vor allem Stammkunden die Möglichkeit nutzten, die Waren weiter vor Ort einzukaufen, die Produkte telefonisch oder per Whatsapp zu bestellen und sich auch darüber beraten zu lassen. Die Umsätze blieben deutlich unter dem sonst üblichen Niveau, heißt es. Herbst zum Beispiel schätzt die Einbußen durch den Lockdown allein in den ersten Januartagen auf rund 90 Prozent. Hinzu kommt, dass die Händler einen größeren Aufwand betreiben müssen, um die Waren auszuliefern oder zur Abholung bereitzustellen. Sie wollten aber trotz des Lockdowns weiter für die Kunden da sein und den Kontakt zu ihnen halten, berichten die Händler.