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Chor der Heinrich-Heine-Universität begeistert im Xantener St.-Viktor-Dom

Benefizkonzert in Xanten : Uni-Chor begeistert 850 Zuhörer im Dom

Das Ensemble der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität gab am Samstag ein Benefizkonzert im Xantener Sakralbau. Und es feierte seinen eigenen 30. Geburtstag.

Großartig: Mit nicht enden wollendem Applaus bedankten sich rund 850 Besucher am Samstagabend im voll besetzten St.-Viktor-Dom für ein Konzert, zu dem der Verein zur Erhaltung des Xantener Domes eingeladen hatte. Zum siebten Mal zu Gast: Der Chor und das Orchester der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Silke Löhr. Als Solisten wirkten Sopranistin Katharina van Nahmen, Mezzosopranistin Elvira Bill, Tenor Andrés Sulbarán und Bariton Thomas Laske mit.

Wohl denen, die zeitig gekommen waren, um sich einen Platz zu sichern: Die Kirchenbänke reichten nicht aus, unzählige Klappstühle mussten dazugestellt werden. „Das spricht für den Chor und das Orchester und seine große Anziehungskraft“, stellte Hans-Wilhelm Barking, Vorsitzender des Dombauvereins, zu Beginn fest und bedankte auch bei Kaplan Kotowski, der  „den ehrwürdigen Dom für das Konzert zur Verfügung gestellt“ hatte.

Lili Boulanger wusste Zeit ihres Lebens, dass sie sehr jung sterben würde. Erst kurz vor ihrem Tod mit 22 Jahren vollendete die recht unbekannte Komponistin ihr beeindruckendes Werk, das sie ihrem Vater widmete, der starb, als sie sechs Jahre jung war. „Du fond de l’abime“ gilt als ihr Meisterwerk und ist mit dreifachem Holz, einigen Blechbläsern, Schlagwerk, Celesta, Harfe und Orgel groß orchestral besetzt. Das „Requiem d-Moll“ aus dem Jahr 1791 ist Mozarts letztes Werk – er starb noch während der Komposition, die nur zu zwei Dritteln tatsächlich von ihm stammt. Auch dieses Stück trägt große Emotionen in sich. Gefühle, die den Menschen angesichts des Todes ereilen: Angst, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit, Hoffnung und Trost.

Beide Stücke wurden am Samstagabend vorgetragen. Und die Mitglieder des Unichors, das Orchester und die Solisten verstanden es ausgezeichnet, diese Gefühle zu transportierten. Sie sorgten ein ums andere Mal für Gänsehaut beim Publikum. Der Düsseldorfer Universitätschor feierte mit dem Konzert übrigens sein 30-jähriges Bestehen. 1989 schlossen sich ambitionierte  Sänger aus Studentenschaft und Personal der Hochschule zusammen. Silke Löhr übernahm das Dirigat des Chores, dessen variable Größe mit bis zu 120 Vortragenden sein einzigartiges Profil ausmacht.

Man möge doch bitte mit seinem Applaus warten, bis der letzte Ton verstummt sei, hatte Barking die Besucher des Benefizkonzertes anfangs gebeten; „zum Schluss können Sie gerne Ihrer Begeisterung freien Lauf lassen“.

Es fiel einem wahrlich schwer, sich daran zu halten, aber das Publikum tat, wie ihm geheißen. Umso heftiger fiel dann aber der Beifall am Ende des gut eineinhalb Stunden dauernden Abends aus – ein Abend, für den jeder nur allzu gerne und tief in seine Geldbörse griff.