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CDU Wesel will Radweg auf Deich linksrheinisch bis Xanten

Durchgängiges Radeln : Vorstoß für Radweg komplett auf Deichkrone

Die Weseler CDU unternimmt einen neuen Anlauf, die Krone des linksrheinischen Deichs bis Xanten möglichst komplett für Radfahrer vernünftig herzurichten. Behörden bauen Hürden auf, die Konflikte gären seit Jahren schon.

Gut 20 Jahre ist es her, dass mit der Sanierung des Rheindeichs von Büderich Richtung Xanten ein Streit um einen Kronenradweg entbrannte. Herausgekommen ist eine Kompromisslösung, die nicht wirklich befriedigend ist. Die touristisch wichtige Strecke von der Rheinbrücke bis hinter Werrich ist ein Rauf und Runter, wobei die oben liegenden Abschnitte zudem holprig und äußerst unbequem für Radfahrer sind. Die CDU Wesel stellt nun erneut die Frage nach einem richtigen Radweg auf der Krone. Warum soll linksrheinisch nicht gehen, was rechtsrheinisch zu aller Zufriedenheit bis nach Rees schon sehr lange geht?

Das fragte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Linz bereits im Mai des vergangenen Jahres. Für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses in Wesel (siehe Info-Box) hat die Verwaltung nun ein Ergebnis ihrer Prüfungen zusammengefasst, das allerlei kostspielige Gutachten erwarten lässt. Tenor: Es ist fraglich, ob die Bezirksregierung einer Genehmigung neuer Radwege zustimmt. Wenn, dann wird es schon für einst genehmigte Abschnitte für die Stadt teuer, aber es ist auch möglich, Fördergeld zu bekommen.

Jürgen Linz will die weiteren Schritte nun in der Fraktion besprechen. Auf Anfrage erklärte er, es sei richtig, den Plan anzugehen. Auch wenn wohl mit fünf Jahren zu rechnen sei, sagte Linz. Er hofft auf Unterstützung auch der SPD, mache diese sich doch stets für den Ausbau von Radwegen und die Förderung des Radverkehrs allgemein stark. Zur Vorgeschichte, auch das bleibt in der Vorlage nicht unerwähnt, gehört auch, dass die CDU sich 2002 aus Kostengründen gegen einen Kronenradweg gewehrt hatte. Das ficht Linz heute nicht an. Das sei lange her und ein neuer Versuch nötig.

Die Vorgeschichte hat noch viel mehr Facetten. So hatte der Deichverband sich stets auf die Position zurückgezogen, nur für den Hochwasserschutz, nicht aber für Radwege zuständig zu sein. Der landseitige und tiefliegende Deichverteidigungsweg hat für Radler den Nachteil, dass man eben nicht über Rheinvorland auf den Strom schauen kann. Außerdem gab es immer wieder Konflikte um freilaufende Hunde und Schafe sowie gesperrte Abschnitte.

Eine Besprechung der Behörden hat wegen des CDU-Antrages stattgefunden. Laut Vorlage der Verwaltung für den Ausschuss stellt sich der Deichverband nicht grundsätzlich gegen einst im Planfeststellungsbeschluss genehmigte Abschnitte. Für Bau und Unterhalt sei aber die Stadt verantwortlich. Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis hält eine neue naturfachliche Bewertung und gegebenenfalls eine neue FFH-Verträglichkeitsstudie für nötig. Für Kronenradwege, die im ersten Verfahren nicht zugelassen wurden, sei laut Bezirksregierung eine Vorprüfung zur Umweltverträglichkeitsprüfung zu machen. Daran hänge, ob ein neues Planfeststellungsverfahren, ein Planänderungsverfahren oder eine deichaufsichtliche Genehmigung durchzuführen sei. Denn diese Abschnitte grenzten an FFH- und Naturschutzgebiete.

Die Verwaltung sagt aber auch, dass „der Wunsch der Bevölkerung, auf der Krone des linksrheinischen Deichs einen weiten Blick auf Rhein und Rheinvorland zu genießen“, verständlich sei. So habe auf der anderen Rheinseite der Deich von der Westerheide bis hinter Bislich-Vahnum einen ganz besonderen Reiz: „Er zieht jedes Jahr viele Menschen an, die dort beim Radfahren oder Wandern den Blick auf den nahen Rhein genießen.“