Bundesfest: Xanten fest in Schützenhand

Bundesfest 2018 in Xanten: Xanten fest in Schützenhand

Mit der Messe auf dem Markt und der großen Parade durch die Innenstadt endete das dreitägige Schützenspektakel in der Römerstadt. Weihbischof Rolf Lohmann appellierte an das friedliche Miteinander.

Es kann nur einen Gewinner geben. Falsch. Beim Bundesfest in Xanten gibt es mehrere Sieger. Allen voran der neue Bundeskönig Udo Kanter (46) aus Rietberg (Kreis Gütersloh). Es folgt die St.-Victor-Bruderschaft Xanten, die nach dem ersten Bundesfest in Xanten im Jahr 2003 vor vier Jahren noch einmal so mutig war, und ihre Bewerbung beim Bund der Historischen Deutschen Schützen Bruderschaften (BHDS) für das wichtigste Fest des größten deutschen Schützenverbandes einreichte. Und natürlich Xanten selbst. Die Stadt mit all’ ihren Einrichtungen, Gaststätten und Hotels war Gastgeber für 9000 Schützen und mindestens ebenso viele Besucher. Das Ziel wurde erreicht: Die Stadt war fest in Schützenhand. Drei Tage lang wurde friedlich gefeiert.

Über das Ziel predigt auch Weihbischof Rolf Lohmann am Sonntag vor der großen Parade auf dem Markt. „Schützen haben Ziele. Ein Ziel war es, dieses Fest hier auszurichten. Gut, dass es Menschen gibt, die dieses Ziel unterstützt haben.“ Gleichzeitig richtet er mahnende Worte in Richtung Politik und Stadt: „Man muss dringend überlegen, wie man das Ehrenamt schützen kann, damit so etwas wie das Bundesfest hier auch weiterhin möglich ist.“ Dafür gibt es Bravo-Rufe von der Festgemeinde. Lohmann scheut auch nicht, weitere brisante Themen wie den Missbrauchsskandal und den Fremdenhass anzusprechen: „Es ist erschreckend, was da vor sich gegangen ist.“ In beiden Fällen sei man der Würde des Menschen an den Kragen gegangen. Seiner Meinung nach dürfe eine Kirche, die sich katholisch nennt, nicht ausgrenzen. „Alle heißt alle. Wir brauchen eine Kultur der Gastfreundschaft.“ Auch dafür bekommt er viel Beifall.

Apropos Applaus: Diesen ernten die 9000 Schützen, die sich von 11.30 Uhr an durch die Straßen der historischen Innenstadt schlängeln zuhauf. Etwa 8000 Besucher, so schätzt es zumindest der Leiter der Xantener Wache, Gregor Zey, sind gekommen, um die große Parade live zu verfolgen. Gäste von außerhalb wie zum Beispiel Susanne Rettinghausen aus Duisburg-Huckingen. „Wir sind bei jedem Bundesfest dabei. Es ist einfach schön zu sehen, wie die Schützen durch die Städte ziehen“, sagt die Frau, die nicht alleine gekommen ist. „Wir sind mit zwei Bussen hier.“ Bei der Parade am Sonntag hat sie es vor allem auf die Kleider der Damen abgesehen. „Die Damen aus Düren haben mir bisher am besten gefallen.“

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Tatsächlich ist beim Umzug alles zu sehen, was der deutsche Festkleiderschrank zu bieten hat. Allen voran lange Abendkleider mit viel Spitze, Glitzer, Perlen, Blumen und Stickereien. Tüll, Seide, Chiffon, ab und an sind auch Trachten zu sehen. Ein Outfit steht dabei im Mittelpunkt: das Kleid der neuen Königin. Ihr Mann hat es da mit seiner Uniform einfacher. Trotzdem ist ihm die Anspannung ins Gesicht geschrieben. „Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich bin überwältigt. Auch von der Stadt.“ Er sei noch nie zuvor in Xanten gewesen, werde aber sicherlich noch einmal wiederkommen.

Das findet auch Alfred Melters. Der ehemalige Bürgermeister lief beim ersten Bundesfest in Xanten noch ganz vorne mit. Jetzt schaute es sich das Schützen-Spektaktel, wie er sagt, aus der Froschperspektive an. Mit Frau und Freunden, darunter Inge Trauten, sitzt er auf einem Klappstuhl an der Klever Straße. Er trinkt ein Glas Sekt und sagt: „Xanten ist wie gemacht für dieses Fest. Es kann gerne auch noch ein drittes Mal zu uns kommen.“

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