Session 2018: Büdericher werten Weseler Karneval auf

Session 2018: Büdericher werten Weseler Karneval auf

Die Prinzengarde der Kreisstadt kooperiert mit dem Büdericher Tambourkorps. Sponsoren finanzieren die Uniformen.

Als die knapp 60-köpfige Weseler Prinzengarde in der Niederrheinhalle ihren traditionellen Regimentsappell gefeiert hat, gab's eine Premiere. Zum ersten Mal in der 58-jährigen Geschichte kam die Musik beim Einmarsch nicht vom Band, sondern live von gestandenen Spielleuten. Denn dem Vorstand der Prinzengarde, die zum Bürger-Schützen-Verein Wesel gehört, ist es nach gut einjähriger Vorbereitungsphase und zahlreichen Gesprächen gelungen, eine Kooperation mit dem Tambourkorps Büderich von 1929 einzugehen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Von Aschermittwoch bis Karnevalsbeginn am Elften im Elften - in der narrenfreien Zeit also - treten die 44 Musiker aus Büderich in den blauen Uniformes des Tambourkorps auf. In der fünften Jahreszeit jedoch schlüpfen sie in das prächtige, für sie eigens produzierte Prinzengarden-Outfit, um als Mitglieder des Regimentsspielmannszuges der Prinzengarde durch die jecke Zeit zu touren.

Foto: Klaus Nikoleiw

"Wir sind stolz und sehr glücklich, dass wir in den erfolgreichen Sondierungsgesprächen und nach Abstimmung unserer Termine zu dieser Zusammenarbeit gekommen sind, die zweifelsohne gut ist für den Karneval in Wesel", sagt Christian Herbers in seiner Funktion als Kommandeur der Prinzengarde. Die hatte, wie gesagt, den Spielmannszug in Dienst gestellt. Zur imposanten Premiere waren allerdings nur geladene Gäste Ohrenzeugen.

Foto: Prinzengarde

Den ersten offiziellen Auftritt hatten die zu Regimentsspielleuten mutierten Tambourkorps-Musiker gleich zum Sessionsauftakt am 11. November, als die Prinzengarde mit insgesamt 100 Personen ab 15.11 Uhr vom Berliner Tor durch die Fußgängerzone zum Willibrordi-Altenheim marschierte. Denn dort wurde das Wagenbauprojekt des Altenpflegeheims für den Rosenmontagszug präsentiert (siehe Infobox).

  • Wesel : Regimentsappell der Prinzengarde

Dass die Prinzengarde um die Gunst der Büdericher Musikanten geworben hat, hängt zum einen mit dem ausgezeichneten Ruf des Tambourkorps zusammen, das unter anderem von den Organisatoren des großen Neusser Schützenfestumzuges gebucht wird. "Es ist aber nicht nur die Qualität der Büdericher Spielleute. Sie sind auch tief im Brauchtum verankert und aktiv in der Ausbildung junger Leute. Die passen einfach gut zu uns", schwärmt Herbers. Weil die Büdericher in der gesamten Karnevalszeit auch in anderen Städten wie in Rheinberg als Regimentsspielmannzug der Weseler Prinzengarde auftreten, ist dies auch gut fürs Image des Weseler Karnevals.

An dem Regimentsappell wurden Sponsoren und Vertreter von Weseler Firmen in die Niederrheinhalle eingeladen, die das Projekt finanziell unterstützt. Ein Privatmann war nach Angaben von Christian Herbers von der Kooperationsidee derart begeistert, dass er die Hälfte des Geldes, das für die Produktion der 44 Uniformen nötig wurde, "bar auf den Tisch gelegt hat".

Ein anderer Freund des Weseler Karnevals hat Trommeltücher und Wimpel für den Schellenbaum aus eigener Tasche bezahlt. "Wir sind allen so unendlich dankbar und stolz, dass wir das alles geschafft haben, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen", betont Herbers. "Jetzt starten wir mit Vollgas ins Finale der Session."

(RP)