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Kreis Wesel: Buch erinnert an Sommerfestspiele

Kreis Wesel : Buch erinnert an Sommerfestspiele

30 Jahre lang zogen die Veranstaltungen im APX und im Amphitheater Birten bis zu 30.000 Besucher nach Xanten.

Der Untertitel sagt mehr als 1000 Worte: "Piccolo Verona" verheißt der Buchumschlag, "Klein-Verona". Das war Xanten in 30 Jahren Sommerfestspielen. Die kleine Stadt am Niederrhein zog bis zu 30.000 begeisterte Zuschauer im Jahr zu den Spielstätten im Archäologischen Park, am Dom und ins Amphitheater Birten. Für manchen Künstler bildeten die Aufführungen dort das Sprungbrett für eine Weltkarriere, dort konnten die Zuschauer erstmals in Deutschland ein Musical Open Air verfolgen. Tim Michalak lässt diese Zeit jetzt in seinem Buch wieder aufleben.

Der Erfolg der Festspiele war 1983 zu Beginn in diesem Maß nicht absehbar. Das sagt heute einer der beiden Veranstalter, Peter Baumann. Er wagte sich gemeinsam mit Walter Schürmann vor drei Jahrzehnten an die Organisation der Veranstaltungsreihe. "Schon mit Gründung des APX verfolgte man seitens des Landschaftsverbandes als Träger die Idee, dort Festspiele stattfinden zu lassen", erinnert sich Schürmann.

Die beiden Männer waren von der Idee begeistert und realisierten 1983 die ersten sechs Aufführungen von "Schwanensee" ohne öffentliche Zuschüsse. Daran hatte sich in den folgenden 29 Jahren nichts geändert. "Xanten war der einzige Festspielort, der ohne Subventionen auskommen musste", erzählt Schürmann.

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Dennoch gelang es den beiden, Jahr für Jahr ein qualitativ hochwertiges Programm für die niederrheinischen Bühnen zusammenzustellen. Weltstars gaben sich die Klinke in die Hand, sei es Sänger und Komponist Mikis Theodorakis oder die ganz Großen aus der Oper, José Carreras oder Montserrat Caballé. Die Stars fühlten sich im kleinen Xanten wohl, was, wie Schürmann sagt, auch an der ausgezeichneten Betreuung lag. "Bei uns waren die Künstler keine Nummern, egal ob Weltstar oder Mitglied eines Chores. Solche Kleinigkeiten waren wahnsinnig wichtig." Da schauten die Künstler nicht aufs Geld und traten für einen Bruchteil der Gagen auf, die sie zum Beispiel in Verona erhalten haben.

Die Idee zum Buch entstand durch einen Bildband, den vor einigen Jahren Holger Schneidereit vom damaligen Festspielteam Schürmann zu dessen 65. Geburtstag zusammenstellte. Damit war der Grundstock gelegt, den Autor Michalak mit Hilfe von Erinnerungen der Veranstalter, durch Berichte von damaligen Zuschauern und nach Gesprächen mit den Künstlern zusammenstellte.

Und es lebt von den zahlreichen Fotos: Allein rund 700 Bilder hat der Birtener Fotograf Ralf Riese zur Verfügung gestellt. "30 Jahre Sommerfestspiele Xanten" ist keine reine Chronik. In die Texte eingestreut sind immer wieder kleine Anekdoten, die schmunzeln lassen. Da wurde die Oma schon mal vorgeschickt, um die Lieblingsplätze in der Arena zu blockieren, da kamen die Zuschauer mit Körben voller Proviant in die Aufführungen und tauschten das Mitgebrachte untereinander aus.

"30 Jahre Sommerfestspiele Xanten - Piccolo Verona", erschienen im anno-Verlag, mit Grußworten von Stars wie José Carreras, Maciej Figas, Prof. Ewa Michnik und Stanislaw Mosa, ist über den Buchhandel beziehbar und kostet 18,95 Euro.

(pek)