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Breitband-Ausbau in Xanten: Kreis Wesel bestellt Deutsche Glasfaser ein

Breitband-Ausbau in Xanten, Alpen, Sonsbeck : Kreis Wesel bestellt Deutsche Glasfaser ein

Anlass sind Probleme beim geförderten Breitband-Ausbau in den Kommunen, vor allem in Xanten, wo sogar ein Baustopp verhängt wurde. Bei einem Gespräch soll das Unternehmen Zusagen gemacht haben, die Mängel bald zu beheben.

Nach anhaltenden Problemen beim Breitband-Ausbau im Kreis Wesel hat Landrat Ingo Brohl mit Vertretern der betroffenen Kommunen und des Unternehmens Deutsche Glasfaser gesprochen. Anschließend seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass die Mängel „umgehend abgestellt werden müssen“, teilte eine Sprecherin der Kreisverwaltung unserer Redaktion mit. Die Deutsche Glasfaser habe dafür Zusagen gemacht. Diese wurden vom Unternehmen im Einzelnen nicht bestätigt. Auf Anfrage erklärte aber auch ein Firmensprecher, dass „unter allen Beteiligten große Einigkeit“ über das weitere Vorgehen herrsche.

Im August war der geförderte Breitband-Ausbau in Alpen, Sonsbeck und Xanten gestartet. In den drei Kommunen sollen Hunderte Haushalte darüber an das schnelle Internet angeschlossen werden. Den Zuschlag für den Auftrag hatte die Deutsche Glasfaser bekommen. Bund und Land geben zusammen rund 15 Millionen Euro dafür aus.

In Xanten hat der städtische Dienstleistungsbetrieb (DBX) aber in den vergangenen Monaten einen Baustopp verhängt, weil die Arbeiten „mangelhaft“ ausgeführt worden seien, wie der DBX im Juli erklärte. Die Deutsche Glasfaser, die andere Firmen mit der Umsetzung des Breitband-Ausbaus beauftragt hat, sagte damals zu, dass die festgestellten Mängel abgearbeitet würden. In der Verwaltungsratssitzung am 9. September teilte der DBX aber mit, dass der Baustopp wegen „zahlreicher Mängel“ immer noch nicht aufgehoben sei.

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Nach Angaben der Kreisverwaltung hat nicht nur Xanten Ärger mit dem geförderten Breitband-Ausbau, sondern auch Wesel. Deshalb habe der Landrat Vertreter der Deutschen Glasfaser vor rund zwei Wochen zu einem Gespräch ins Kreishaus eingeladen, erklärte die Sprecherin. „Daran beteiligt waren auch die Bürgermeisterin der Stadt Wesel sowie die Bürgermeister des Projektfördergebiets Alpen, Sonsbeck und Xanten und die Breitbandbeauftragten der entsprechenden Kommunen.“

Bei dem Treffen sei den Vertretern der Deutschen Glasfaser deutlich gesagt worden, wie hoch die Unzufriedenheit am Niederrhein sei, sagte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Auch er habe das deutlich gemacht. Immer wieder beschwerten sich Bürger bei der Stadt oder beim DBX über das Unternehmen. Seine Mitarbeiter müssten ausbaden, was die Deutsche Glasfaser verbockt habe. So könne es nicht weitergehen.

Bei dem Gespräch sei vereinbart worden, dass die Deutsche Glasfaser die Ausführung der Bauarbeiten besser überwachen soll, um künftig einen fristgerechten und reibungslosen Breitbandausbau in den Fördergebieten sicherzustellen, erklärte die Sprecherin der Kreisverwaltung. Neue Bauabschnitte in Xanten und der weitere Ausbau in Sonsbeck sowie Alpen könnten erst dann in Angriff genommen werden, wenn die bisherigen Mängel vollständig beseitigt seien. Die Deutsche Glasfaser habe zugesichert, dass dies in Xanten bis spätestens Ende Oktober oder Anfang November der Fall sein werde.

Unsere Redaktion fragte bei der Deutschen Glasfaser nach, welche Zusagen sie konkret gemacht habe. Ein Unternehmenssprecher antwortete zunächst allgemein, dass die Firma der „führende Glasfaserversorger für den ländlichen Raum“ sei und schon mehr als eine Million Anschlüsse verlegt habe. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen sei „langfristig ausgerichtet“. Zum Kreis Wesel erklärte der Sprecher, dass sich die Deutsche Glasfaser mit den Projektpartnern einig sei, wie der geförderte Breitband-Ausbau weiter umgesetzt werden könne. Das Unternehmen leiste damit einen „entscheidenden Beitrag für den Wohlstand in der Region“.

(wer)