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Brauchtum: Ostern brennen überall wieder Feuer

Brauchtum : Ostern brennen überall wieder Feuer

Der Nabu plädiert dafür, die Holzhaufen vor dem Anzünden umzuschichten, um Tiere vor dem Feuertod zu bewahren.

Am kommenden Wochenende werden in der Region wieder viele Osterfeuer entzündet. So unter anderem auch in Veen, wo die Landjugend am Ostersonntag, 21. April, ihr traditionelles Brauchtumsfeuer an der Straße „Im Feld“ auflodern lässt. Los geht’s um 19 Uhr an der Kirche St. Nikolaus. Von dort geht’s im Fackelzug mit dem Osterlicht gemeinsam zum Acker, wo das Holz aufgehäuft ist. Am Feuer werden gegrillte Würstchen und kalte Getränke angeboten, Kinder können Stockbrot backen. Aufwärmen kann man sich bei Bedarf auch im beheizten Zelt.

In Xanten kann das große Osterfeuer des Heimat- und Bürgervereins Lüttingen besucht werden, das am Ostersonntag um 19 Uhr auf dem Schützenplatz in Lüttingen entzündet wird. Derweil zeigt sich in Sonsbeck ebenfalls die Landjugend für die Organisation des Osterfeuers zuständig. Los geht es gegen 19 Uhr in der Nähe des Bögelschen Wegs, wo die gesammelten Holzreste aufgeschichtet sind. Es gibt Getränke und Essen, für die gemütliche Atmosphäre werden Bänke um das Feuer herum aufgestellt. In Rheinberg-Alpsray wird am Ostersonntag  wieder das Osterfeuer der
Alpsrayer Jungschützen entfacht. Um 18.30 Uhr wird das Feuer dann auf der Wiese bei Deckers an der Johannes-Laers-Straße entzündet.

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Derweil übt die Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu) harsche Kritik an der Größe mancher Holzhaufen. „Man muss sich ernsthaft fragen, ob zum Teil gigantische Aufschichtungen wirklich noch etwas mit Brauchtumsfeuern zu tun haben? Das schadet der Natur und auch dem Klima gravierend. Hier wird häufig Etikettenschwindel betrieben“, sagt der Kreisvorsitzende Peter Malzbender. Es sei nicht mehr zeitgemäß, dass in einigen Dörfern gleich mehrere dieser häufig überdimensionierten Feuerstellen überhaupt genehmigt würden. Der Nabu weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in einigen Holzhaufen, die 14 Tage oder länger liegen, Brutvögel bereits ihre Nester gebaut haben könnten. „Ganz zu schweigen von Igeln oder Kaninchen, die sich gerne dort einrichten.“

Die Kommunen stünden in der Verantwortung. Sie müssten jedes beantragte Feuer genehmigen. Dazu haben viele Kommunen Bedingungen. Doch nach Gesprächen mit einigen verantwortlichen Behörden sei Malzbender zu dem Ergebnis gekommen, „dass die Verordnungen oftmals ohne Wirkung bleiben, da sie wegen Personalmangels gar nicht wirksam überprüft werden können. Der Nabu möchte nicht grundsätzlich die Osterfeuer verbieten. Allerdings müssen sie in der Zahl stark reduziert werden.“

So bitten die Umweltschützer, am Tag des Feuers die Haufen durch behutsames Umschichten nochmals auf Lebewesen zu überprüfen. Sollte sich darin bereits ein Vogelnest befinden, dürfe das Feuer laut Bundesnaturschutzgesetz gar nicht mehr entzündet werden. Nun möchte der Nabu sich zeitnah mit der Kreispolitik und der Unteren Naturschutzbehörde zusammensetzen, um eine einheitliche und effiziente Lösung zu finden.

(RP)