Xanten: Blick auf die neue Gemeinde

Xanten : Blick auf die neue Gemeinde

Vor der Neugründung der Pfarrgemeinde „Katholische Propsteigemeinde St. Viktor“ herrscht in den einzelnen Gemeinden Nachdenklichkeit: Ängste, Einsicht ins Notwendige, aber auch Vorfreude.

Am Sonntag ist es so weit: Die sieben Pfarrgemeinden im Xantener Stadtgebiet feiern ihre Vereinigung mit einem Festgottesdienst im Dom. Doch für manche in den bisher eigenständigen Gemeinden ist dieser Tag nicht nur Grund zur Freude. Die Rheinische Post hat sich bei Vertretern aus den Ortsteilen umgehört.

Für Horst Lubich, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender in Lüttingen, ist es selbstverständlich: Er kommt zur Feier am ersten Advent, „weil ich den Zusammenschluss für eine vernünftige Sache halte.“ Wobei in der Gemeinde auch Sorgen laut werden: „Wir hoffen, dass Pfarrzentrum und Kindergarten unangetastet bleiben.“ Heinz-Hubert Janßen Pfarrgemeinderat Obermörmter setzt große Hoffnungen auf die gemeinsame Arbeit in der Zukunft: „Da kommen Gleichgesinnte zusammen. Es wird ein schönes Miteinander mit einem christlichen Umgang untereinander.“ Er sieht es auch als Chance für seine Gemeinde, ihre Mittel mit denen größeren Gemeinden zu teilen.

Gerd Mattissen, Vorsitzender des Wardter Pfarrgemeinderates, will „selbstverständlich“ am Sonntag dabei sein: „Es ist entschieden, und jetzt müssen wir sehen, dass wir das beste daraus machen. Da können wir uns nicht quer stellen, sondern müssen alle an einem Strang ziehen.“ Nicht zuletzt wegen skeptischen Stimmen in der Gemeinde hält er die Begegnungsfeier am Sonntag für so wichtig: „Die Mitglieder aus den Pfarrbezirken sollen ins Gespräch kommen. Der gute Wille ist da.“ Alexia Winnekens vom Birtener Pfarrgemeinderat betont die Bedeutung der Feier: „Da beginnt der Neuanfang, den ich positiv finde, den ich mittragen möchte. Und es ist auch ein Abschied.“ Für Birten selbst „ändert sich ja erstmal eigentlich nichts.“ Ähnlich sieht es auch Gisela Kannenberg vom Pfarrgemeinderat in Vynen. „Nach und nach wird sich bestimmt einiges ändern, aber zunächst mal bleiben die lokalen Traditionen schließlich erhalten.“ Sie will am Sonntag zeigen, dass Vynen an dem Zusammenschluss aktiv teilnehmen will.

Rolf Messerschmidt, Pfarrgemeinderatssprecher von Marienbaum, wird Sonntag nicht kommen. Er wird verreisen. Sonst, seufzt er tief, „wäre ich wohl gekommen“ – aber nicht mit vollkommen frohem Herzen. „Wir geben einiges auf. Da ist die Befürchtung, dass die Arbeit der einzelnen Gemeinden nicht mehr so wertgeschätzt wird. Ich glaube, dass viele sehr traurig sind.“ Marie-Lusie Jordans-Theußen, Vorsitzende des Seelsorgerates aus Xanten, weiß um solche Ängste in den Gemeinden, „und ich weiß, dass es gute Gründe dafür gibt. Aber ich kann mir vorstellen, dass man voneinander lernt. Es ist notwendig, unsere Kräfte zu bündeln. Ich hoffe, dass alle aufeinander zugehen. Ich werde das tun.“ Schon Sonntag: „Auch, um Probleme anzusprechen.“

Seite B 6: Vier Tage . . .

(RP)
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